Gewinner & Verlierer

Oscar 2015: Birdman räumt ab

Große Gewinner

„And the Oscar goes to…“: Zum 87. Mal wurden in der Nacht zum Montag die Goldjungen verliehen. Zu den großen Gewinnern des Abends gehört die Komödie Birdman. Insgesamt vier Preise, darunter den für den besten Film des Jahres, konnte Alejandro González Iñárritu für sich verzeichnen. Die für neun Oscars nominierte Hollywood-Satire gewann außerdem in der Königskategorie Beste Regie. Auch für das beste Originaldrehbuch und die beste Kamera freute sich die Filmcrew. Kameramann Emmanuel Lubezki gewann bereits 2014 die Trophäe für seine Arbeit an „Gravity“.

Im Gegensatz zu seinem mexikanischen Kollegen ging Wes Anderson als zweiter heißer Oscar-Favorit mit Grand Budapest Hotel zwar ebenfalls mit vier Preisen nach Hause, aber nur in weniger enthusiastisch gefeierten Kategorien. Die beste Filmmusik, das beste Szenenbild sowie das beste Kostümdesign und Maskenbild erachtete das Auswahlkomitee als auszeichnungswürdig.

Erwartungen erfüllt

Begehrter Mann in Gold – Der Oscar

Der Oscar – höchste Auszeichnung in Hollywood. (Bild: Anatoly Stojko / Fotolia.com)

Im Großen und Ganzen gab es unter den Gewinnern keine Überraschungen. Der bereits im Vorfeld mit zahlreichen, renommierten Preisen ausgezeichnete britische Schauspieler Eddie Redmayne, gewann den Oscar als bester Hauptdarsteller. Seine minimalistische und persönliche Darstellung des Astrophysikers Steven Hawking in Die Entdeckung der Unendlichkeit überzeugte die Academy. Nach fünf erfolglosen Nominierungen konnte Juliane Moore für ihre Darstellung einer an Alzheimer erkrankten Frau in Still Alice endlich die begehrte Trophäe mit nach Hause nehmen. Die beiden US-Schauspieler J.K. Simmons und Patricia Arquette wurden beide als beste Nebendarsteller in Whiplash und Boyhood geehrt.

Snowden Film ausgezeichnet

Deutschland ging bei der Preisvergabe wieder leer aus. Wim Wenders erhielt für seine Dokumentation „Das Salz der Erde“ keinen Preis. Dafür holte sich der polnische Film Ida die begehrte Auszeichnung. Auch die Dokumentation Citizenfour, über den Whistleblower Edward Snowden wurde als bester Dokumentarfilm prämiert.

Kritikerlieblinge: Verlierer der Herzen

Zu den Verlierern zählen das Coming-of-Age Projekt Boyhood, von Richard Linklater und Whiplash. Jeweils einen Award verzeichnen die beiden Werke. Das Martin Luther King Biopic „Selma“ ging wie erwartet mit leeren Händen aus dem Saal. Bereits im Vorfeld wurde diese Tatsache kritisiert. Denn unter den Nominierten befanden sich in diesem Jahr hauptsächlich Beiträge von Weißen.

Politik bei den Oscars

Große Highlights blieben aus. Die diesjährigen Gewinner zeichneten sich während der gesamten Award-Saison bereits ab. Besonders die emotionale Rede von John Legend als er den Oscar in der Kategorie bester Filmsong erhielt, sorgten für bleibende Momente. Er erinnerte noch einmal an den bis ins 21. Jahrhundert bestehenden Rassismus. Auch Patricia Arquette erntete mit ihrer flammenden Rede über die Gleichstellung von Mann und Frau viel Beifall.

Moderationsdebüt & TV-Panne

Neil Patrick Harris moderierte die Verleihung. Mit einer Musical-Darbietung eröffnete er die Lobpreisung der Filmindustrie an herausragende Leistungen in diesem Bereich. Erste Kritikerstimmen geben dem Abend keine Bestnoten. Trotz gelungener Interviews und einem halb nackten Auftritt des How I met your Mother-Stars, fiel der 41-Jährige bisher hinter den Erwartungen zurück.

In Deutschland sahen wieder Millionen die Live-Übertragung von Prosieben, doch bereits zu Beginn flimmerte auf den Bildschirmen ein Testbild. Der Sender löste auf Twitter den Grund für die Ursache auf – Leitung abgerauscht, heißt es da kurz und knapp. Die Auszeichnung von J.K Simmons und seine Dankesrede verpasste das deutsche Publikum leider. In einer Spezialsendung, am 23.02.2015, um 17 Uhr auf Prosieben, zeigt der Sender die entfallene Szene.

Alle Oscar-Gewinner 2015 im Überblick:

Kategorie Gewinner
Bester Film Birdman
Beste Regie Alejandro González Iñárritu (Birdman)
Bester Hauptdarsteller Eddie Redmayne (The Theory of Everything)
Beste Hauptdarstellerin Juliane Moore (Still Alice)
Bester Nebendarsteller J.K. Simmons (Whiplash)
Beste Nebendarstellerin Patricia Arquette (Boyhood)
Bestes Originaldrehbuch Alejandro G. Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris, Jr. und Armando Bo (Birdman)
Bestes adaptiertes Drehbuch Graham Moore (The Imitation Game)
Bester fremdsprachiger Film Ida (Polen)
Beste Dokumentation Citizenfour (Laura Poitras, Mathilde Bonnefoy und Dirk Wilutzky)
Beste Filmmusik Alexandre Desplat (Grand Budapest Hotel)
Bester Filmsong Glory von John Stephens und Lonnie Lynn (Selma)
Bester Schnitt Tom Cross (Whiplash)
Beste Kamera Emmanuel Lubezki (Birdman)
Bester Ton Craig Mann, Ben Wilkins und Thomas Curley für (Whiplash)
Bester Tonschnitt Alan Robert Murray und Bub Asman (American Sniper)
Bestes Kostümdesign Milena Canonero (Grand Budapest Hotel)
Bestes Make-up und Hairstyling Frances Hannon und Mark Coulier (Grand Budapest Hotel)
Bester Kurzfilm Mat Kirkby und James Lucas (Phone Call)
Bester Dokumentar-Kurzfilm Ellen Goosenberg Kent und Dana Perry (Crisis Hotline: Veterans Press1)
Beste visuelle Effekte Paul Franklin, Andrew Lockley, Ian Hunter und Scott Fisher (Interstellar)
Bestes Produktionsdesign Adam Stockhausen und Anna Pinnock (Grand Budapest Hotel)
Bester animierter Film Baymax – Riesiges Robowabohu (Don Hall, Chris Williams und Roy Conli)
Bester animierter Kurzfilm Feast (Patrick Osborne und Kristina Reed)

 

Optionen

Drucken Drucken Schriftgröße Schrift vergrößern Schrift verkleinern Schriftgröße zurücksetzen
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading...

Kommentar abgeben