Naturtitel und ihre Vertreter

Vogel, Fisch und Pflanze des Jahres – Titel 2015

Feldahorn

Feldahorn – Baum des Jahres (Bild: Nasenbär/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Die Auswahl

Immer mehr Vereine und Schutzbünde wählen jährlich einen Vertreter, um auf das Schicksal des Lebewesen aufmerksam zu machen. Dies kann einerseits mit seiner Nützlichkeit für den Menschen und die Natur zusammenhängen, um beispielsweise die Bedeutung medienwirksam publik zu machen.

Andererseits werden oft Vertreter gewählt, die zunehmen aus ihrem natürlichen Lebensraum gerissen werden und somit bedroht sind. Auch in diesem Jahr sind mehrere Exemplare gefährdet und stehen sogar auf der Roten Liste gefährdeter Arten, die teilweise nur durch Zucht auf einem gewissen Populationslevel gehalten werden können.

Der Fisch des Jahres

Huchen

Huchen – Fisch des Jahres (Bild: Liquid Art/Wikipedia unter CC BY-SA 4.0)

Einer dieser Vertreter ist der Huchen (lat. Hucho hucho), der dieses Jahr zum Fisch des Jahres gewählt wurde. Laut Weltnaturschutzorganisation (IUCN) ist sein Dasein stark gefährdet, da ihm kontinuierlich der natürliche Lebensraum durch Uferbegradigungen, Wasserverschmutzung und Wehranlagen ohne Fischtreppen entzogen wird.

Der bis zu 150 cm lange Raubfisch lebt vor allem im fließenden und mit Süßwassergewässern. Ihr Laichzeit ist im März und April, was die Weibchen dazu veranlasst flussaufwärts zu schwimmen und Tausende Eier zu legen. Die Fische ernähren sich später von anderen Fischen, Amphibien, Entenküken und sogar Mäusen, wenn diese sich ins Wasser verirren.

Der Vogel des Jahres

In diesem Jahr konnte der Habicht (lat. Accipiter gentilis) den Titel Vogel des Jahres erringen. Der Naturschutzbund (NABU) wählte den Habicht als Botschafter gegen illegale Greifvogeljagd aus. Als geschickter Jäger, der vor allem kleinere Vögel erlegt, ist er bei Geflügelzüchtern äußerst unbeliebt.

Das scheue Tier lebt meist in ruhigen Waldgegenden auf sehr hohen alten Bäumen und kann eine Spannweite von bis zu 122cm erreichen. Jedoch auch Großstädte sind seine Heimat geworden, da hier das Nahrungsangebot übergroß ist. Somit gehört der Habicht trotz teilweise intensiver Verfolgung (in England zwischenzeitlich ausgerottet) nicht zu den bedrohten Arten.

Feldhase

Feldhase – Wildtier der Jahre 2001 und 2015 (Bild: Wikipedia – gemeinfrei)

Das Wildtier des Jahres

Wie bereits 2001 konnte der Feldhase (lat. Lepus europaeus) den Titel als Jahreswildtier erringen. Dies entschied die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild (SDWi). Obwohl der weltweite Bestand nicht gefährdet ist, kommt der flinke Pflanzenfresser vor allem in den neuen Bundesländern immer seltener vor. Er wird bejagt und zu große Felderflächen schränken seinen natürlichen Lebensraum ein.

Wildtiere der Jahre 2010 – 2014
Vertreter Jahr
Dachs 2010
Eurasischer Luchs 2011
Gämse 2012
Mauswiesel 2013
Wisent 2014

Das dämmerungs- und nachtaktive Tier kann bis zu 68cm lang und über 6 Kg schwer werden. Am Tag sucht er sich einen geschützten Ort und versteckt sich, kann bei drohender Gefahr jedoch blitzschnell die Flucht ergreifen, und mit bis zu 70 km/h entkommen. Durch den Menschen konnte der Feldhase über einen angestammten Lebensraum in Europa hinaus bis nach Australien und Südamerika gelangen und sich dort ansiedeln.

Die Insekten des Jahres

Zartspinne

Zartspinne (Bild: $Mathe94$/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Neben dem Insekt des Jahres, dem Silbergrünen Bläuling (lat. Lysandra coridon), einem Schmetterling, existieren außerdem die gesonderten Kategorien. So ist der Schmetterling des Jahres 2015 das Rote Ordensband (lat. Catocala nupta), ein sich tarnender Nachtfalter. Die Vierfleck-Zartspinne (lat. Anyphaena accentuata) wurde von der Arachnologischen Gesellschaft zur Spinne des Jahres ernannt.

Die drei Tiere sind oft eher unbeachtete Vertreter ihrer Gattungen und kommen recht häufig vor. Lediglich der Silbergrüne Bläuling ist in manchen Bundesländern gefährdet und in Sachsen sogar vom Aussterben bedroht. Die Menschen sollen auch über diese Vertreter mehr erfahren und sich darüber bewusst werden, dass jedes ein Rädchen mit ganz besonderen Aufgaben im großen Gefüge der Natur ist.

Silbergrüner Bläuling

Silbergrüner Bläuling – Insepkt des Jahres (Bild: Rosenzweig/Wikipedia unter CC BY-SA 1.0)

Pilz, Baum und Blume des Jahres
Neben den tierischen Vertretern werden auch zahlreiche Pflanzen, oft auch vor dem Hintergrund ihres Lebensraumes, bestimmt. Die drei großen Kategorien konnten folgende Exemplare 2015 für sich entscheiden. Der Pilz des Jahres ist die Becherkoralle (lat. Artomyces pyxidatus), ein essbarer, wenn auch nicht zu wertvollen Speisepilzen zählender Vertreter, der vor allem durch seine schöne Optik auffällt.

Becherkoralle

Becherkoralle – Pilz des Jahres (Bild: Dan Molter/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Der Feldahorn (lat. Acer campetre) wurde als Baum des Jahres bestimmt. Er ist weit in der gemäßigten Klimazone verbreitet und ein beliebter Zierbaum. Das hängt mit seiner vergleichsweise geringen Wuchshöhe zusammen. Vor allem in der Blütezeit von Mai bis Juni ist er hübsch anzusehen und kann bei ungestörtem Wachstum zwischen 150 und 200 Jahren alt werden.

Teufelsabbiss

Teufelsabbiss – Blume des Jahres (Bild: Christian Fischer/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Aus der Untergattung der Kardengewächse stammt die Blume des Jahres 2015, der Gewöhnliche Teufelsabbiss (lat. Succisa pratensis). Das zierliche Pflänzchen wird gern auf Wiesen als Zierpflanze verwendet und kommt mit weißer und violetter Krone vor. Der Teufelsabbiss ist in einigen Bundesländern gefährdet.

Der Habicht (NABU)

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