Wissenswertes über Holzböcke

Zecken: Nicht nur im Sommer gefährlich

Feldweg und Wald

Die Gefahr lauert in Waldnähe (Bild: Dehio/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Gefahr durch milden Winter

Die Zecke oder der gemeine Holzbock, wie er auch genannt wird, ist ein äußerst gefährliches und widerstandsfähiges Tier. Im Winter ruht es, aus den bis zu 2.000 Eiern des Milbentieres schlüpfen irgendwann Larven, die sich bereits einen kleinen Wirt suchen. Kälte kann Eier und auch ältere Tiere zerstören, nach einem eher milden Winter jedoch, ist ihre Anzahl durch höhere Überlebensraten wesentlich größer.

Bereits ab einer Außentemperatur von 7 Grad Celsius werden die Blutsauger aktiv und es kann zum Befall bei Tier und Mensch kommen. Neben Wildtieren sind es vor allem Haustiere und Menschen, die ein beliebtes Opfer darstellen und mehrere Tage lang, oft von ihnen unentdeckt, ausgesaugt werden.

Entwicklungsstadien der Zecke
Form Merkmale
Larve 0,5mm lang und 6 Beine
Nymphe 1,2mm lang und 8 Beine
Adultes Tier 3,8mm lang und 8 Beine

Wenn der Holzbock ein Opfer entdeckt hat, lässt es sich meist von Farnen, Bäumen oder Gras fallen und heftet sich am Fell bzw. der Haut fest. Die Zecke bewegt sich sehr langsam fort und lässt sich gelegentlich auch mehrere Tage Zeit, bis sie eine geeignete Stelle für ihren Biss oder besser gesagt Stich gefunden hat.

Mit ihrem Stechapparat dringt sie tief in die Haut ein und verankert sich dort, bevor der Saugprozess startet. Durch ein Betäubungsmittel im Speichel bleibt der Stich meistens längere Zeit unbemerkt. Während dieses Prozesses, dem Flüssigkeitsaustausch zwischen Mensch und Zecke kann es zur Übertragung schwerer Krankheiten kommen, die durch Viren oder Bakterien hervorgerufen werden.

Krankheiten durch Zecken nicht unterschätzen

Erythema migrans

Der Doppelkreis weist auf den Zeckenstich hin (Bild: Tm/Wikipedia – gemeinfrei)

Eine der schlimmsten Krankheiten, die durch befallene Zecken auftreten kann, ist die Lyme-Borreliose, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi hervorgerufen wird. Diese Krankheit kann sich im schlimmsten Fall über Jahre hinziehen und befällt zahlreiche Organe des menschlichen Organismus.

Anfänglich kommt es zu grippeähnlichen Symptomen, allerdings ohne Husten und Schnupfen, welche nach der Inkubationszeit von ca. 5 bis 29 Tagen auftreten. Äußeres Merkmal ist ein roter Fleck und in dem Zusammenhang ein Doppelring auf der Haut, der schmerzfrei auftreten kann oder mit enormem Juckreiz verbunden ist.

Wird die Krankheit nicht umfassend mit Antibiotika behandelt, werden Muskeln, Gelenke und Organe befallen. Es kommt zu massiven Nervenschmerzen und sogar Lähmungen z. B. im Gesicht. Sogar das zentrale Nervensystem kann betroffen sein. Das Immunsystem ist massiv geschwächt und das Gehirn kann auf vielfältige Weise betroffen werden, z. B. durch eine Borrelien-Meningitis.

Wird die Lyme Borreliose nicht ausreichend behandelt, können sich chronische und somit bleibende Nerven- und Organschäden einstellen, die die Lebensqualität stark einschränken. Dauerhafte Lähmungserscheinungen und Nervenprobleme sind die Folge. Durch die betroffenen Muskeln und Gelenke wird der Bewegungsapparat dauerhaft eingeschränkt.

Eine zweite äußerst schwere Krankheit, mit teilweise ähnlichen Symptomen ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis, die durch das FSME-Virus ausgelöst wird. Obwohl nur etwa bis zu 30% Prozent der Patienten überhaupt Symptome aufweisen, können diese bei den restlichen 70% dafür umso heftiger sein.

Beginnend mit Kopf- und Gliederschmerzen, macht der Patient bald mehrere Fieberphasen mit bis zu 40 Grad Körpertemperatur durch. Da das Hirn und die Hirnhaut bei etwa 50% der Patienten betroffen sind, zeigen sich Hirnhautreizungen, außerdem leiden die Betroffenen unter Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Bricht die Meningoenzephalitis aus, kommt es zu starken Bewusstseinsstörungen und Lähmungen, bis hin zu Atemlähmungen. Jeder zehnte Patient erleidet eine Myelitis, also das Erschlaffen der Bein- oder Armpaare. Trotz dieser massiven Symptome kann es jedoch zur einer völligen Ausheilung kommen.

Anders sieht dies bei den schwersten Symptomen in der letzten Phase der Krankheit aus, die oft nie mehr komplett ausheilt und bleibende Schäden hinterlässt. Hierbei kann neben den Lähmungen in Armen und Beinen auch das Rückenmark betroffen werden, im schlimmsten Fall kann die Atmung komplett aussetzen, außerdem droht die Gefahr einer Querschnittlähmung.

Schutz und Vorsorge

Zecken-Gefahr

Gerade im Frühling ist Vorsicht geboten. (Bild: stockWERK – Fotolia)

Um der Gefahr einer Frühsommer-Meningoenzephalitis zu begegnen, sollten sich Kinder und Erwachsene impfen lassen. Die FSME-Impfung kann ab einem Jahr erfolgen und gilt als besonders gut verträglich. Wenn eine Grundimmunisierung abgeschlossen wurde, gilt der Geimpfte als zu 99% geschützt.

Eine Impfmöglichkeit für die Lyme-Borreliose ist momentan noch nicht für den Menschen möglich. Es laufen klinische Studien zu dem Thema, nachdem in den USA bereits Impfungen mit einem Impfstoff stattgefunden hatten. Dieser verschwand jedoch vom Markt und scheint für Europa nicht geeignet zu sein.

Besonders Menschen in den Verbreitungsgebieten sollten Vorsicht walten lassen und wenn möglich impfen. Betroffen sind in Deutschland vor allem die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg. Aber auch in Mittel- und Ostsachsen sowie Südostbrandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind Risikogebiete. Im Westen Deutschlands existieren nur einzelne Zentren, in denen eine höhere Gefahr besteht.

Betroffen sind hierbei vor allem die Regionen um Hannover, Bremerhaven, Hamburg und Frankfurt. Berufsgruppen, die sich häufiger in der Natur aufhalten, wie etwa Förster, Bauern und Landarbeiter, aber auch Urlauber in gefährdeten Regionen und Pilzsucher sollten auf lange Kleidung achten und ihren Körper nach einem Waldaufenthalt gründlich absuchen.

Um eine Zecke zu entfernen empfiehlt sich eine sogenannte Zeckenzange. Alkohol oder gar Nagellackentferner und dergleichen sollten nicht zum Einsatz kommen. Die Zecke sollte möglichst dicht an der Haut entfernt werden, auf keinen Fall darf sie gequetscht werden. Sollte der Kopf bzw. der Stechapparat stecken bleiben, kann auch dieser vorsichtig entfernt werden. Allerdings würde sich dieser nach einiger Zeit auch allein lösen und stellt kein erhöhtes Risiko dar.

FSME-Schutzimpfung

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