OECD Bericht über die Vermögensverteilung

Vermögen in Deutschland ist ungleich verteilt

34 OECD Member

Die 34 OECD-Mitgliedsstaaten (Bild: cflm/Wikipedia unter CC BY-SA 2.0)

Die deutschen Werte

Im Schnitt verdient das reichste Zehntel etwa 6,6-mal so viel Geld wie das unterste. Dieser Wert ist sogar unterdurchschnittlich, da die Distanz der Einkommen mit einem OECD-Durschnittswert von 9,6-mal so hohem Einkommen in anderen Ländern deutlich höher liegt. Trotzdem sind die Besitzverhältnisse alarmierend und überschreiten in Deutschland das Mittel des OECD-Vergleiches.

Besitzen im Durchschnitt die reichsten 10 Prozent einer Nation etwa 50 Prozent des Nettohaushaltsvermögens, so sind es in Deutschland ganze 60 Prozent. Die Entwicklung geht hier nach Ansicht einiger Experten in eine falsche Richtung. Fachleute warnen davor, dass die Wirtschaftsleistung gefährdet wird, wenn auch Teile der Mittelschicht zusehends ins Hintertreffen gegenüber den Top-Verdienern geraten.

Sozialversicherung 2015

Zu viele Beschäftigungen im Niedriglohnsektor begünstigen die Ungleichheit (Bild: Udo Brechtel/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Hinsichtlich der Wirtschaftskrise 2008 gibt es aus Deutschland Positives zu vermelden. Wie kaum ein anderes Land, konnte Deutschland die Krise eher unbeschadet überstehen, sodass die Einkommensschere im Gegensatz zu vielen anderen OECD-Ländern nicht größer geworden ist. Allerdings ist Deutschland durch die Gesamtentwicklung wie alle anderen Länder von einem geringeren Wirtschaftswachstum betroffen.

Die Entwicklungen zeigen, dass im Zeitraum von 1990 bis 2010, bezogen auf alle OECD-Länder das Wachstum durch die zunehmende Ungleichzeit um 4,7 Prozent weniger gewachsen ist. Wäre die Schere zwischen den Einkommen nicht größer geworden, hätte man den Wert halten können. Insbesondere prekäre Beschäftigungsverhältnisse gelten in Deutschland als Ursache für Ungleichheit.

Ursachen und Bekämpfung der Ungleichheit

Zu diesen von der OECD stark kritisierten Beschäftigungsverhältnissen zählen die sogenannten atypischen. Gemeint sind Teilzeit-Jobs, Minijobs und befristete Arbeitsverhältnisse. In der Bundesrepublik liegen diese bereits bei 40% aller Beschäftigungsverhältnisse, was dafür sorgt, dass es teilweise sehr große Lohnunterschiede gibt.

Schule Kinder Lehrer

Eine optimale Ausbildung und Betreuung sorgt für Chancengleichheit (Bild: Ralf Roletschek/Wikipedia – gemeinfrei)

Einen weiteren Kritikpunkt sehen die Analysten in einer mangelnden Chancengleichheit z. B. für Frauen. Hier setzen sie jedoch auch ihre Empfehlungen an die Politik an und schlagen Mittel und Wege vor, die zu einer Verbesserung der Verhältnisse führen könnten. Frauen müssten einen einfacheren Zugang zu Vollbeschäftigung erhalten, insbesondere die Betreuung ihrer Kinder muss besser werden.

Ganztägige Betreuungsmaßnahmen wären hierfür geeignete Wege, diese sollte ausgebaut werden. Gleiches gilt für Ganztagsschulden und eine generelle Verbesserung der frühkindlichen Erziehung. Letzteres wäre vor allem für die Kinder sozial schwächerer Familien von Vorteil, die momentan eine sehr schwere Hürde zu überwinden haben, wenn sie aufsteigen möchten und Bildung nicht in dem Maße erhalten, das die bräuchten.

Auch Ideen zur Finanzierung der neuen Entlastungen und Fördermaßnahmen wurden angeregt. Beispielsweise sollten zwar Geringverdiener hinsichtlich der Sozialversicherung entlastet werden, liquidere Gruppen dafür aber etwas mehr belastet. Ausnahmeregelungen zur Kapitalsteuer für Reiche sollten abgeschafft und Immobilienbesitzer steuerlich mehr belastet werden.

Internationaler Vergleich

Vor allem die skandinavischen Länder schneiden im Vergleich sehr positiv ab. Neben Norwegen und Dänemark fallen jedoch auch Slowenien und die Slowakei sehr positiv auf. Sehr große Einkommensunterschiede fallen jedoch in der Türkei, Chile, Großbritannien, Israel und den USA auf. Einer der negativen Spitzenreiter ist Mexiko, dort verdienen die reichsten 10 Prozent etwa 29-mal so viel wie die ärmsten 10 Prozent.

In den USA liegt dieser Wert bei etwa 15-mal so viel Gehalt. Diese großen Unterschiede schwächen die gesamte Kaufkraft und damit die komplette Volkswirtschaft und Gesellschaft. Auch Korruption ist ein wichtiges Thema in manchen Ländern. Hinzu kommen die Folgen der Wirtschaftskrise, die in manchen Ländern zu einem Einbruch des Wachstums geführt haben und damit zu Arbeitslosigkeit und dem Vermögensverlust vieler eigentlich mittelständischer Familien.

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