Gefahren durch MERS sind überschaubar

MERS – Was ist das für eine Krankheit?

Seoul Krankenhaus

Das Krankenhaus in Seoul betreut zahlreiche MERS-Patienten (Bild: hyolee2/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Entstehung und Verbreitung der Krankheit

MERS-CoV – das steht für ‚Middle East respiratory syndrome coronavirus‚ und weist damit auf die Familie des Virus hin. Es handelt sich um Corona-Viren, die in dieser Form als eigenständige Variante des Virus seit 2012 bekannt sind und nach kurzem schwerem Krankheitsverlauf einige Opfer gefordert hat.

MERS-Virus

MERS-Virus (Bild: Daniel Mietchen/Wikipedia unter CC BY 2.0)

Die ersten Patienten wurden aus Saudi-Arabien und Katar nach London eingeflogen, wo sie der Krankheit trotz intensiv-medizinischer Betreuung erlagen. Der Ursprung des Virus wurde bei Fledermäusen gefunden, die mit Menschen in keinen direkten Kontakt kommen. In den Medien wurd MERS-CoV auch als Kamel-Seuche bekannt, das stimmt insofern, als dass Kamele, genauer gesagt Dromedare in der Tat die Übertragungsbrücke zwischen Fledermaus und Menschen darstellen.

Man hat in der Folge die Dromedarbestände in der Region untersucht und festgestellt, dass nahezu Dreiviertel aller Tiere Antikörper aufweisen. Eine Immunisierung per Impfung ist beim Menschen bisher nicht möglich aber dazu später mehr.

Die Übertragung vom Menschen auf den Menschen ist eher schwierig möglich, da sich die Viren an speziellen Rezeptoren der Lunge festsetzen müssten und leicht abgetötet werden können. Mit den Tieren als Risikofaktor sind Gebiete ohne Dromedare, also nahezu alle Zonen außerhalb der Arabischen Halbinsel und den Teilen Afrikas, in denen Dromedare anzutreffen sind, sicher.

Gefahren und Krankheitsverlauf

Trotz der geringen Gefahren besteht bei engem Kontakt mit infizierten Menschen ein Ansteckungsrisiko. In den Jahren 2013 und 2014 nahmen die Fälle von betroffenen Personen rapide zu. Waren im März 2014 noch etwa 200 Erkrankte bekannt, von denen über 80 starben, betrugen die Zahlen ein Jahr später schon fast den sechsfachen Wert.

Die Inkubationszeit von MERS-CoV beträgt im Schnitt eine Woche, die Krankheit kann aber auch erst nach 10 bis 12 Tagen ausbrechen. Die gefährlichsten Folgen der Erkrankung sind Lungenentzündung und Organversagen. Das liegt daran, dass das Virus direkt in der Lunge angreift. Dort gelangt es wie erwähnt nur sehr schwer hin, hat es sich dort jedoch festgesetzt und die Zellen befallen, verläuft die Krankheit heftig, im schlimmsten Fall tödlich.

Symptome

  • Fieber
  • Husten
  • Atemnot
  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Durchfall

Zu Beginn spürt der Patient jedoch die Symptome einer grippalen Erkrankung und leidet unter Atemnot, Husten, Auswurf und sogar Fieber. Mehrfach wurde ein Nierenversagen beobachtet, oft kommt es auch zu Durchfall als Begleiterscheinung. Der Patient fühlt sich allgemein schwach und muss unter Umständen auf die Intensivstation verlegt werden.

Patienten mit einer Vorbelastung wie etwa Bronchitis, Asthma oder anderen Lungenleiden sind besonders gefährdet. Auch ehemaligen Krebspatienten und Diabetes-Erkrankte sollte jedes Risiko meiden. Ein äußerst ernsthafter Krankheitsverlauf, der im schlimmsten Fall mit Multiorganversagen und damit dem Tod endet, ist hier besonders wahrscheinlich.

Schutz und Therapie

Das spezielle Corona-Virus kann momentan noch nicht effektiv bekämpft werden, auch eine Immunisierung ist bisher nicht möglich. Die Forschungen dazu laufen allerdings auf Hochtouren, momentan wird an Mäusen und Rhesus-Affen getestet, wie man dem Virus bestmöglich begegnen könnte.

Der Rhesus-Affe

Am Rhesus-Affen werden bereits mögliche Impfstoffe getestet (Bild: Mosmas/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Selbst der Nachweis der Erkrankung ist nicht in jedem beliebigen Krankenhauslabor möglich. Spezielle Labore können mithilfe der Polymerase-Kettenreaktion aus Rachenabstrichen, besser jedoch aus BAL-Flüssigkeit (Lungenbläschen) die Gen-Abschnitte des MERS-CoV hinsichtlich eines Hüllproteins E und dem ORF-1b-Gen nachweisen.

Eine Therapie beschränkt sich auf die Behandlung der Symptome mit konventionellen Medikamenten. Erste Tests haben ergeben, dass die bereits zugelassenen Medikamente Interferon-α2b und Ribavirin die Viruslast im Organismus senken können. Beide dienen unter anderem der Behandlung von Hepatitis C. Weitere Medikamente werden bereits auf ihre Wirkung bei MERS getestet.

Ein Schutz erfolgt vor allem dadurch, näheren Kontakt zu Patienten zu vermeiden, da die Übertragung per Tröpfcheninfektion stattfindet. Reisen in betroffene Regionen im arabischen Raum sollten derzeit vermieden werden. Ansonsten ist vor allem das Beachten von Hygienevorschriften hilfreich, da die Viren bereits mit einfachsten Mitteln unschädlich gemacht werden können.

Sollte eine Reise in ein Risikogebiet nicht vermieden werden können, sind Dromedare und andere Tiere keinesfalls zu berühren, auch die Stallluft kann mit Viren infiziert sein.

Gefahren global?

Aktuell sind die Zahlen der Erkrankten und damit auch die Zahl der Toten zwar massiv gestiegen, dennoch ist eine globale Epidemie nicht zu befürchten. Die Übertragung ist nicht annähernd so aggressiv wie beispielsweise bei Ebola. Aufgrund der neuerlichen Fälle sollten auch Reisen nach Südkorea und die Slowakei vermieden werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bereits vor über einem Jahr ein Expertenteam zusammengestellt und bekämpft die Krankheit und den Virus mit allen Mitteln. Wie lange es noch dauern wird, einen geeigneten Impfstoff zu entwickeln, kann zwar schwer vorausgesagt werden, aber selbst bei einer Erkrankung sind vor allem westliche Krankenhäuser in der Lage die bestmöglichen Voraussetzungen für eine vollständige Genesung zu schaffen.

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