Apple Music ändert Geschäftsbedingungen

Taylor Swift setzt Apple unter Druck

Taylor Swift

Taylor Swift – Popikone (Bild: Eva Rinaldi/Wikipedia unter CC BY-SA 2.0)

Taylor Swift

Die junge Pop- und Country-Künstlerin ist seit 2006 eine musikalische Größe in den USA und weltweit. Die 1989 in Pennsylvania geborene Blondine begann schon als Kind mit dem Singen und Schreiben von Songs und nahm erfolgreich an mehreren Wettbewerben teil. Mit 14 erhielt sie schließlich ihren ersten Plattenvertrag und veröffentlichte 2006 ihr erstes Studio-Album.

Nach insgesamt fünf Alben, sieben Grammys und sieben Film- und Fernsehrollen gehört sie zu den Top-Stars in den USA und ist auch weltweit aktuell einer der erfolgreichsten Künstlerinnen ihrer Generation. Für ihr neues Album „1989“ hat sie sich die Marktrechte gesichert und kann daher selbst aktiv bestimmen, wo die Musik gespielt wird und gespielt werden darf.

Der offene Brief an Apple und der Streit um die Achtung der Kunst

Um exakt dieses neue Album geht es auch in der Debatte um die neue Musik-Streaming Plattform von Apple mit dem Namen Apple Music. Die Nutzung der Musik in solchen Streamingportalen ist kostenpflichtig und erlaubt zahlreiche Funktionen, außerdem läuft die Musik bei Mitgliedschaft ohne Werbeunterbrechungen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Portalen möchte Apple, das als Unternehmen neu in das Streaming-Geschäft einsteigt seinen Kunden eine kostenlose Probezeit von drei Monaten gewähren, üblich ist ein Monat. In dieser Zeit wollte Apple jedoch auch keine Tantiemen an die Künstler bezahlen, die somit ebenfalls drei Monate auf die Einkünfte verzichten müssten.

Mac PCs

Apple will mit Apple Music viele Kunden begeistern (Bild: Toni Porras/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Funktionen von Apple Plus:

  • Künstlerfeed ansehen (auch in der kostenlosen Version)
  • Künstlern folgen (auch in der kostenlosen Version)
  • Beats 1 Radio (auch in der kostenlosen Version)
  • Apple Music Radiosender
  • Inhalte abspielen und laden
  • Inhalte und Songs liken
  • Zugriff auf die Apple Music Bibliothek (unbegrenzt)
  • Apple Music Inhalte der eigenen Mediathek hinzufügen
  • Offline-Wiedergabe
  • Empfehlungen
  • Werbefreiheit

Taylor Swift erklärte öffentlich in einem Brief an Apple, dass sie unter diesen Geschäftsbedingungen ihr Album „1989“ nicht für Apple Music zur Verfügung stellen kann. Es ginge dabei weniger um sie oder andere große Künstler, die finanziell keine Sorgen hätten, sondern um Einsteiger ins Musikgeschäft und kleinere Musiker, die auf die Wertschätzung ihrer Arbeit angewiesen sind.

Swift sprach sich für eine Änderung der Geschäftsbedingungen aus und würde unter anderen Bedingungen durchaus zu einer Zusammenarbeit bereit sein. Sie betonte, dass sie das Unternehmen im Allgemeinen sehr schätzt, man von Apple jedoch auch nie verlangen würde gratis iPhones zu verteilen.

Apples Reaktion

Taylor Swift Concert

Taylor Swift auf der Bühne (Bild: Eva Rinaldi/Wikipedia unter CC BY-SA 2.0)

Apple hat den Anspruch auch im Streamingbereich aktiv und sein und damit dem großen schwedischen Marktführer Spotify Konkurrenz zu machen. Ziel von Apple ist es, das umfangreiche Musikangebot auf seinen Geräten zugänglich zu machen, also nicht nur auf dem iPhone, sondern auch auf PC, Mac und der watchOS.

Um den 3-monatigen Zahlungsaufall für die Künstler auszugleichen, hatte man eine Gewinnbeteiligung der Künstler nach den drei Monaten von 71 bis 73 Prozent angestrebt, obwohl auf dem Markt nur etwa 70 Prozent üblich sind. Eine Reaktion auf den Brief der jungen Künstlerin kam prompt.

Bei Apple hätten sich noch einmal führende Köpfe zusammengesetzt und die Sachlage genau angeschaut. Auch der Proteststurm weiterer Künstler und Musikverbände dürfte dazu beigetragen haben. Senior Vice President Eddy Cue erklärte in einer Stellungnahme und über Twitter, dass das Unternehmen die Künstler doch entlohnen wird, auch während der dreimonatigen Testphase.

Twitter-Reaktionen

Diese Entlohnung werde zwar etwas geringer ausfallen, als nach den drei Monaten, aber man wolle keine Künstler komplett ohne Versorgung lassen, wenn sie als Vertragspartner mit Apple verbunden sind. Die Reaktionen der Netzgemeinde haben nicht lange auf sich warten lassen. Taylor gilt nun als Heilsbringerin für viele Probleme des Lebens und wurde via Twitter unter anderem schon für eine Vorgeschichte zu Harry Potter und um die Verschiebung des Montags gebeten.

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