Die Konkurrenz kommt ins Schwitzen

20 Jahre Amazon-Erfolgsgeschichte

Amazon Versandhaus Leipzig

Amazon-Versandhaus Leipzig (Bild: Medien-gbr/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Gründung und Firmengeschichte – ein Abriss

Datencheck

  • Gründer: Jeff Bezos (1964)
  • Gegründet: 5. Juli 1994
  • Mitarbeiter: ca. 165.000
  • Sitz: Seattle
  • Umsatz: ca. 89 Mrd. US-Dollar

Jeff Bezos war längere Zeit als Informatiker tätig und entwickelte in der Firma D. E. Shaw & Co. gemeinsam mit dessen damaligem Chef David E. Shaw die Idee zu einem Online-Buch-Versand. Um sich dieser Idee genauer zu widmen, verließt er die Firma und wagte den Schritt einer Firmengründung. 1994 startete er dann das Projekt Amazon.com, das 1995 die ersten Bücher verkaufte und schon bald die gesamte USA belieferte.

Das Unternehmen verzeichnete bald Millionengewinne und kaufte Konkurrenz-Firmen wie Telebook Inc. , diese war einer der ersten deutschen Internethändler und auch bekannt als ABC-Bücherdienst GmbH. Somit trat Amazon 1998 erstmalig auf dem deutschen Markt auf. In den folgenden fast zehn Jahren erweiterte sich das Sortiment des Onlinehändlers drastisch und er wurde zu einem der führenden Online-Händler weltweit.

Amazon Dienste im Netz

  • Amazon Market Place
  • Amazon Instant Video
  • Aamzon Music
  • Amazon Payments (Bezahldienste)
  • Amazon Prime
  • Amazon Vine
Jeff Bezos 2005

Gründer Jeff Bezos (Bild: James Duncan Davidson/Wikipedia unter CC BY 2.0)

Es folgten Neuorientierungen wie etwa 2006, in diesem Jahr begann Amazon eigene Web Services zu entwickeln, drei Jahre später wurde der große Online-Schuhhändler Zappos übernommen. Im Jahr 2011 wurden weitere Buchunternehmen aufgekauft, so z. B. das britische The Book Depository Ltd. und das Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher (ZVAB).

Mit dem sogenannten Cloud-Computing nahm sich Amazon 2012 einer weiteren Zukunftstechnologie an und festigte seinen Stand am Markt. Der jüngste Coup wurde 2013 bekannt, damals kündigte Amazon Präsident Jeff Bezos an, Rotor-Drohnen zu erforschen und zu testen, um mit ihnen irgendwann Kunden per Luftpost beliefern zu können.

Kontroversen

Wenn ein Unternehmen über zwei Jahrzehnte wächst und in der ganzen Welt Standorte errichtet, dann kommt es zwangsläufig zu Problemen mit Behörden, Angestellten und Ländern. Viele der bisher aufgetretenen Probleme muss Amazon klar verantworten und aus bestimmten Konflikten wurden Schlüsse gezogen, die beispielsweise bestimmte Geschäftspraktiken beendeten.

Insbesondere in Deutschland, aber auch Großbritannien gab und gibt es Probleme hinsichtlich der Arbeitsbedingungen der Angestellten, die als Picker und Packer schwer in den Zentralen und Logistikzentren von Amazon arbeiten. Ein Streit überdie Tarifzugehörigkeiten: Logistikbranche vs. Dienstleistungsbranche führte zu mehreren Streiks unter anderem in Leipzig und Bad Hersfeld.

Außerdem stand das Unternehmen wegen Preisdiktaten in der Kritik, da sie ihren Partnern abverlangt haben, deren Produkte dürfte nirgends günstiger angeboten werden, als bei Amazon, weswegen Amazon in der Tat zu recht mit den niedrigsten Preisen für bestimmte Produkte werben konnte.

Bevor es zu einem Kartellverfahren seitens deutscher und internationaler Behörden kam, wurde diese Geschäftspraktik jedoch eingestellt. Für sehr großen Unmut bei Politik und Kunden in Europa sorgte die Steuerflucht in Länder wie Luxemburg, die dem Unternehmen in Sachen Ansehen sehr geschadet hat, allerdings auf die Verkaufszahlen wenig Einfluss hatte.

Kindle Paperwhite 3G

Das Kindle Paperwhite 3G (Bild: Techyan/Wikipedia unter CC BY 2.0)

Amazon und andere Unternehmen

Als der aktuell größte Online-Händler am Markt muss sich Amazon kaum sorgen, um Umsatzeinbußen machen, allerdings hat die Firmenleitung frühzeitig erkannt, dass das Unternehmen am Puls der Zeit bleiben muss, um entscheidende Entwicklungen nicht zu verpassen. Das Drohnenprogramm zur Nutzung für Paketlieferungen ist ein Beweis für das Engagement des Unternehmens und den Willen zu Zukunftsorientiertheit.

Oft wird Amazon dafür kritisiert, kleinere Unternehmen und Fachhändler an die Wand zu drücken und durch die Konkurrenz zu schwächen. Allerdings sind vor allem Fachhändler gefragt und können auf einen Kundenstamm bauen, der sich auf diese Spezialisierungen verlässt und gern bei kleineren Händlern einkauft.

Außerdem profitieren Fachgeschäfte auch mitunter von der Zusammenarbeit mit Amazon. Beide Seiten können von den Vorteilen partizipieren und ihre Umsätze erhöhen und durch Gewinnbeteiligungen (Amazon) bzw. einen viel größeren zu erreichenden Kundenstamm (Partner) profitieren.

Konkurrenz-Händler, die es schwer haben

  • Hugendubel (Bücherversand)
  • Thalia (Bücherversand)
  • Mediamarkt (Elektronikhändler)
  • Saturn (Elektronikhändler)
  • Zalando (Schuhhändler)

Es sind eher größere Händler, wie Mediamarkt oder auch Thalia, die es bei der Fülle an Angeboten schwer haben, sich der Amazon-Konkurrenz zu erwehren. Ein Beispiel wäre das ebook-Segment, dem sich Amazon intensiv gewidmet hat. Durch Kindle-Produkte, die es kaum günstiger als bei Amazon zu kaufen gibt, haben Konkurrenzprodukte in Sachen Preis und Qualität kaum eine Chance.

Alibaba Group

Hauptquartier Alibaba Group in Hangzhou (Bild: Thecraft/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Spannend wird der globale Wettstreit, wenn Amazon mit Firmen auf Augenhöhe zurecht kommen muss. Ein anderer großer Mitspieler auf dem Markt ist das Unternehmen Alibaba, ein chinesischer Online-Händler, der als Alibaba Group den riesigen asiatischen Markt dominiert. Der ehemalige Englischlehrer Jack Ma ist mittlerweile mit geschätzten 22,7 Milliarden US Dollar der reichte Chinese und weltweit einer der 40 reichsten Menschen überhaupt.

Er gründete das Unternehmen bereits 1999, es hat seinen Sitz in Hangzhou (China) und ist auf dem besten Wege neue Märkte zu erschließen. Aufgrund von rechtlichen Fragen bestehen noch einige Probleme für eine Präsenz auf dem europäischen und amerikanischen Markt, allerdings ist das erklärte Ziel des Unternehmens die neue Nummer 1 der weltweiten Onlinehändler zu werden.

Zukunftschancen

Es ist anzunehmen, dass die Erfolgsgeschichte durch gutes Wirtschaften und ein größtmögliches Maß an Kundenorientiertheit fortgeschrieben werden. Das Unternehmen versteht es, Innovationen voranzutreiben und den eigenen Wert am Markt zu erhalten und sogar auszubauen. Mit immer neuen eigenen Diensten und Produkten sichert sich die Firma zusätzliche Kundengebundenheit, was auch in Krisenzeiten Einnahmen garantiert.

Ein ebenfalls entscheidender Schritt war 1997 der Börsengang des Unternehmens, auch die Konkurrenten ebay 1998 und kürzlich Alibaba 2014 sind an die Börse gegangen. Letzterer ging als bisher größter Börsengang in die Geschichte ein. Es wird sich zeigen, wie die Aktien sich halten und an Wert verlieren oder sogar Wert hinzugewinnen können.

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