28 Jahre deutsch-deutsche Grenze

Teilung durch die Berliner Mauer

Berliner Mauerabschnitt 2012

Abschnitt der erneuerten East Side Gallery (Bild: Axel Mauruszat/Wikipedia unter CC BY 3.0)

Plan und Errichtung der Mauer

Die Berliner Mauer wurde ab der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 in der Hauptstadt der DDR errichtet. Sie war die politische Reaktion auf die massenhafte Abwanderung und Flucht von Ost nach West. Noch im Juni des Jahres 1961 bestanden angeblich keine Pläne, die Mauer zu errichten, wie der damalige Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht in seiner bekannten Aussage beteuert:

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ – Walter Ulbricht

Die Nacht- und Nebelaktion lief überraschend schnell ab und unter Mithilfe der NVA wurde zunächst die DDR-Hauptstadt Berlin abgeriegelt. Straßen und Gleiswege wurden blockiert und abgeschnitten. In kürzester Zeit waren Zäune gezogen und Straßensperren errichtet. Der eigentliche Bau der Mauer begann mit der Errichtung von einfachen Betonwänden.

Berlin-Machnow

Arbeiter verstärken 1965 die Mauer (Bild: Bundesarchiv, B 145 Bild-P091010/Wikipedia unter CC-BY-SA)

Erst später wurde der Todesstreifen systematisch verstärkt und an den Grenzen des gesamten DDR-Gebietes ausgebaut. Neben den immer höher werdenden, oft doppelten Mauern, die mit Stacheldraht verstärkt wurden, fanden auch Minen und Selbstschussanlagen Anwendung. Die Todeszone wurde zudem von den Grenzern bewacht, die dazu angehalten waren jeden Flüchtling nach kurzer Verwarnung zu beschießen.

Der angeblich antifaschistische Schutzwall diente keineswegs dazu, westliche Einflüsse fernzuhalten, sondern sollte die sogenannte Republikflucht verhindern. Die jungen NVA-Soldaten, die einen Teil ihres Wehrdienstes an der Mauer abhalten mussten, wurden motiviert unnachgiebig zu handeln und bei Nichtbefolgung des Schießbefehls sogar bestraft.

Die Opfer

Aufgrund der unaushaltbaren Zustände in der sozialistischen Diktatur kam es zu zahlreichen Fluchtversuchen, die bedauernswerterweise nicht alle mit Erfolg gekrönt waren. Die Zahl der Toten ist umstritten. Es wird angenommen, dass bis 1989 mindestens 250 Menschen in Zusammenhang mit Fluchtaktivitäten an der Mauer ums Leben gekommen sind.

Ihnen zu Ehren sind mehrere Denkmäler errichtet worden. Manche der Opfer blieben namenlos. Es handelte sich dabei um Männer und Frauen jeden Alters, die verzweifelt ihr Recht auf ein freies Leben wahrnehmen wollten und den Schritt der Flucht wagten. Während dieser Versuche waren einige von ihnen äußerst kreativ.

Gedenktafel Ebertstraße

Gedenktafel der Maueropfer (Bild: OTFW/Wikipedia – gemeinfrei)

Da die inländische Grenze auf dem Landweg nur schwer zu durchbrechen war, grub man Tunnel, floh über die Ostsee oder sogar per Luft. Wer auf der Flucht lebend ertappt oder bei den Vorbereitungen durch Verrat enttarnt wurde, musste mit teilweise hohen Strafen rechnen. Viele der Menschen, die wegen ungesetzlichen Grenzübertrittes nach § 213 StGB der DDR verurteilt wurden, konnten später von der Bundesrepublik freigekauft werden.

Die Mauer in der Kunst

Bürger an der Mauer

Die Bürger überwinden die Mauer (Bild: Yuriy Somov/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Bereits während der Teilung war die Mauer nur für die ostdeutsche Bevölkerung ein nicht zugänglicher Ort. Auf Westseite konnte die Mauer relativ ungehindert erreicht werden. Dies nutzten viele Künstler, die das hässliche Symbol der Unterdrückung mit Graffitis und Farbe verzierten, um so kreativen Protest gegen das Verbrechen des Unrechtsstaates DDR zu äußern.

Nach der friedlichen Überwindung des internationalen Kommunismus wurde die Mauer vom Volk zu großen Teilen abgetragen und somit zerstört. Abschnitte der Mauer wurden blockweise erhalten und beispielsweise in Ausstellungen als Objekt zeigt. Der symbolische und historische Wert dieses Bauwerks steht dabei im Fokus.

Das längste erhaltene Stück der Originalmauer ist heute immer noch in Berlin zu sehen. Es befindet sich in Berlin-Friedrichshain und ist als Denkmal East Side Gallery bekannt. Die DDR- und BRD-Verbände Bildender Künstlerinnen und Künstler haben es sich ab 1989 zur Aufgabe gemacht, die Mauer als erstes gemeinsames Kunstprojekt von Künstlern aus der ganzen Welt gestalten zu lassen.

Nach verschiedenen Plänen, was mit dem besagten Mauerstreifen nach der Gestaltung passieren sollte, wurde er schließlich unter Denkmalschutz gestellt und ist als dauerhaftes Denkmal in Berlin zu bestaunen . In den Jahren 2000 und 2008 wurden Restaurationen vorgenommen und im Jahr 2013 übermalte einer der Künstler sogar sein eigenes Bild ohne Genehmigung.

Ein Streit über die Zukunft und die Behandlung der Bilder steht im Raum. Manche wollen die Bilder ihrem natürlichen Verfall überlassen, andere Erneuerungen vornehmen, wieder andere fordern eine Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Es bleibt spannend, was mit diesem wichtigen Stück deutscher Geschichte passiert. Insgesamt haben sich 104 Künstler mit ihren Bildern verewigt.

Berlin, East Side Gallery

Mauerabschnitt 25.7.1991 (Bild: Ras67/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0 DE)

Anekdoten rund um die Mauer und die DDR

In der DDR gab es viele Dinge, die nach dem Fall der Mauer einfach aufhörten oder keinen Wert mehr besessen haben. So wurde beispielsweise in Berlin Unter den Linden jeden Mittwoch der Große Aufzug des Wachregiments zelebriert, wobei zwei Soldaten am Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus im Paradeschritt zu preußischer Marschmusik eine Ablösung durchführten.

Militaria-Fans aus Ost und West liebten das Spektakel, das nach dem Mauerfall nicht mehr existierte. Im Jahr 1965 wurde der Berliner Fernsehturm eingeweiht, er galt als eines der Lieblingsprojekte von Walter Ulbricht. Aufgrund eines strengen Terminkalenders blieb Ulbricht witzigerweise nur der 3. Oktober zur Einweihung, der spätere Tag der Deutschen Einheit.

Einige Daten zur Berliner Mauer

  • Innerstädtische Grenze: 43 km (155km für Gesamt-Berlin)
  • Grenzübergänge in der Stadt: 8
  • Beobachtungstürme: 302
  • Bunker: 20
  • Hundelaufanlagen: 259

Mit dem Turm ging außerdem das zweite Programm des DDR-Fernsehens auf Sendung. Die DDR-Bürger freuten sich außerdem, da sie nun endlich das ZDF aus dem Westen und damit das Aktuelle Sportstudio empfangen konnten. Zwei Jahre nach der BRD wurde so auch in der DDR Farbfernsehen möglich.

Eine sehr bekannte Geschichte ereignete sich noch im Herbst 1989 kurz vor dem Mauerfall. Vom Glauben an den Sozialismus ließ Erich Honecker verlauten:

„Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs‘ noch Esel auf.“

Trailer zum Dokufilm „Berlin East Side Gallery“

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