4. Titel oder neuer Meister?

Endlich wieder Bundesliga: Fakten zum Saisonstart

Was für Ziele setzt man sich als Fußballer eigentlich, wenn man schon alles erreicht hat? Im Falle des FC Bayern München, der in den letzten Jahren Meister, Pokalsieger und Champions-League-Sieger wurde, ist die Antwort vor dieser Saison klar: Historisches! Denn einen letzten, kleinen Rekord gibt es dann doch noch zu knacken. Noch nie hat es eine Mannschaft geschafft, viermal nacheinander Deutscher Meister zu werden. Mit Unterstützung der Königstransfers Arturo Vidal (37 Millionen Euro) und Douglas Costa (ca. 35 Millionen Euro) soll dieses Ziel schnell in die Tat umgesetzt werden. Eigentlich alles ganz einfach.

Die Konkurrenz schläft nicht

Oder doch nicht? Ganz so einfach wie in den letzten Jahren scheint es für den FC Bayern München nicht zu werden. In aller Ruhe baute der VfL Wolfsburg in den vergangenen Monaten ein Team auf, das an die Qualität der Bayern heranreicht. Um Superstar Kevin De Bruyne formten Klaus Allofs und Dieter Hecking eine schlagkräftige Truppe, in der sogar Weltmeister wie André Schürrle nur einen Platz auf der Bank inne haben. Ob der Angriff auf den Branchenprimus endlich gelingt, wird die Spielzeit zeigen. Wolfsburg ist Verfolger Nummer Eins und hat in der Sommerpausen an den richtigen Stellschrauben gedreht. Allerdings fehlt der Mannschaft die Tiefe auf der Bank, die den FCB in den vergangenen Saisons so stark machte. Fallen De Bruyne oder Kruse aus, wird die Luft schnell dünner.

Davon könnten die Dortmunder profitieren, die die schwache letzte Spielzeit so schnell wie möglich abschütteln wollen. Um das zu erreichen, packte der beliebte und charismatische Trainer Jürgen Klopp seine Trainingshütchen ein und machte Platz für Thomas Tuchel. Der bisher nur charismatische Trainer will in Deutschlands größtem Stadion wieder für Furore sorgen und sich bei den Fans in ähnliche Beliebtheitssphären siegen. Die Chancen dafür stehen gut: Dortmund fing sich schon in der Rückrunde der letzten Saison und scheint gestärkt. Mit Roman Bürki holte man sich einen der stärksten Torhüter des letzten Jahres aus Freiburg; dazu gesellt sich der hochtalentierte Julian Weigl, der das ohnehin schon starke Mittelfeld weiter veredelt. Eine Horror-Saison wie 2014/2015 soll es in Dortmund nicht noch einmal geben.

Die Rückkehr eines großen Rivalen

Zurück zur goldenen Tradition will auch der SV Werder Bremen. Dominierte das norddeutsche Team die Liga Anfang der 2000er Jahre noch gemeinsam mit Bayern, folgte in den letzten Jahren ein schleichender Verwesungsprozess. Spieler wurden ohne Konzept und Sinn verpflichtet und wieder verkauft. Mit Viktor Skripnik gehört dieses Gebaren der Vergangenheit an. Ruhig und solide soll es für den SV Werder Bremen wieder nach oben gehen. Nach Platz 11 in der Vorsaison wird in dieser Spielzeit ein einstelliger Tabellenplatz angepeilt. Und so abwegig scheint das gar nicht zu sein – trotz des Abgangs von Sturmstar Franco di Santo. Die Fans im Weserstadion dürfen sich auf eine spielstarke Mannschaft freuen, die sicherlich von vielen Konkurrenten unterschätzt werden dürfte.

Auch für den VfB Stuttgart soll das verzweifelte Scharren nach Punkten, um dem Abstieg zu entgehen, nicht wieder vorkommen. Stattdessen holte man sich mit Alexander Zorniger einen unverbrauchten Trainer an die Seitenlinie, der dem jungen Team eine Richtung vorgeben soll. Im Sturm verstärkten sich die Schwaben mit Daniel Ginczek, der in der Vorsaison für Bayer Leverkusen auf Torejagd ging – dort jedoch nicht endgültig zum Zug kam. Es wird interessant zu sehen sein, wie sich das zweifelsohne talentierte Team gegen die direkte Konkurrenz schlagen wird. Zuzutrauen ist dem VfB Stuttgart viel.

Abstiegskampf: Diese Teams zittern schon zum Saisonstart

2 aus 18: Ein Neuntel der Teams aus der Bundesliga wird absteigen. Verliert der Bundesliga-Vertreter die Relegation, sind es sogar ein Sechstel. Schwierig wird es besonders für den Hamburger SV. Im Pokal schied das Team von Labbadia aus, Wunschspieler Halilovic wurde nicht verpflichtet und dann wurden auch noch die Gehälter und weitere Insiderinformationen bekannt. Dazu geht es am ersten Spieltag zur Übermannschaft aus München. Es ist gut möglich, dass sich der HSV bereits nach den ersten 90 Minuten auf dem letzten Platz wiederfindet – je nachdem, wie gierig die Bayern sind.

Meisterschaft

Verteidigt der FC Bayern die Schale gegen die Konkurrenz der Bundesliga? (Bild:Presse/Bundesliga.de)

Gemeinsam mit den Aufsteigern Ingolstadt und Darmstadt, sowie den ebenfalls schwächeren Teams aus Hannover und Berlin werden sich die Hamburger um einen Nicht-Abstiegsplatz balgen. Zum erweiterten Kreis der Abstiegs-„Favoriten“ zählt auch die TSG aus Hoffenheim, die mit dem Rekordtransfer Roberto Firminho (46 Millionen Euro, FC Liverpool) ihren besten Spieler verlor und keinen adäquaten Ersatz besorgte.

Doch bis zu diesen Entscheidungen ist es noch ein langer Weg. 34 Spieltage, zahlreiche Pokalrunden und viele andere Belastungen wollen überstanden werden. Einen ersten Einblick in die Leistungsfähigkeit werden die Fans jedoch schon ab dem 14. August 2015 erhalten, wenn die Bundesliga endlich wieder startet.

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