Feuerspuckende Riesen

Vulkane: Magmaströme und Ascheregen

Cotopaxi in Ecuador

Der Cotopaxi in Ecuador (Bild: Simon Matzinger/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Wie entstehen Vulkane und wo sind sie zu finden?

Die äußerliche Erscheinung von Vulkanen ist den meisten Menschen gut bekannt. Sie entstehen, wenn flüssiges Gestein aus der Erde, sogenanntes Magma, an die Erdoberfläche tritt und dann als Lava den Vulkankegel formt und ins Land oder Meer fließt. Die Kegelform kann regelmäßig oder unregelmäßig sein, eine Kuppe aufweisen oder einen sehr breiten Schlund.

Die genaue Optik hängt von der Konsistenz der Lava ab. Außerdem variiert die Art und Weise des Magmaaustritts stark. Sie kann als Lava herausfließen oder in Form von gewaltigen Explosionen kilometerweit in den Himmel gespuckt werden. In diesem Zusammenhang werden auch feste Gesteine herausgeschleudert und Rauch- und Gaswolken, die für Mensch und Tier oft gefährlicher sind als die austretende Lava.

Abhängig von der Art des Austritts unterscheidet man also ein ruhiges Ausfließen (effusiv), Explosionen (ejektiv), die gemischte Form dieser Aktivitäten und sogenannte Supervulkane, deren Explosionen enorm sind. Infolge des Vulkanismus entstehen häufig landschaftliche Veränderungen und besondere Gesteine entstehen, die vom Menschen vielseitig genutzt werden.

Vulkangesteine:

  • Rhyolith (gern als Naturstein oder Schotter verwendet)
  • Andesit (Schotter, Splitt und als Naturstein)
  • Basalt (in der Steinbildhauerei, oft für Treppen, Gräber und Denkmäler verwendet)
  • Pikrit (für Skulpturen und Gräber verwendet)

Auf der Erde existieren überirdisch etwa 1.500 aktive Vulkane verschiedener Klassen. Sie gelten als aktiv, wenn sie in den letzten 10.000 Jahren ausgebrochen sind, und sind meist überall dort zu finden, wo tektonische Platten aufeinandertreffen bzw. eine Reibung entsteht. Eine weit größere Zahl von Vulkanen wird unterseeisch vermutet, diese treten dann auf, wenn Plattenauseinanderdriften und die Erde tief im Ozean auseinanderreißen.

Der Ätna

Der Ätna (Bild: filicudi/Wikipedia unter CC BY 2.0)

Gefahren durch Vulkane

In Deutschland existieren keine aktiven Vulkane mehr, wodurch die Bundesrepublik keiner Gefahr durch Vulkane ausgesetzt ist, allerdings sind Vulkane in Europa nicht weit entfernt. Italien ist durch seine beiden noch immer aktiven Vulkane Ätna und Vesuv sehr bekannt. Vor allem die Geschichte des Letztgenannten hat die Menschen berührt.

Im Jahr 79 n. Chr. vernichtete ein Ausbruch des Vulkans die Stadt Pompeji und begrub sie unter Gestein, das vom Himmel regnete und Lava. Was die Menschen jedoch an der Flucht hinderte und sofort tötete, war die pyroklastische Wolke. Das heiße Gas drang in die Lungen ein und bescherte den Menschen einen schnellen, aber durch die Hitze schmerzhaften Erstickungstod.

Pompeji, Vesuv

Pompeji, im Hintergrund der Vesuv (Bild: Hic et nunc/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Aktuell fürchten sich die Menschen in Ecuador vor dem Vulkan Cotopaxi. Dieser ist nach 75 Jahren erstmals wieder aktiv und hat den Präsidenten Rafael Correra sogar dazu bewogen, den Ausnahmezustand über das gesamte Land zu verhängen, bis die Gefahr vorüber ist. Der Grund dafür ist die Gefahr von Schlammlavinen, die mit einem Vulkanausbruch losbrechen könnten.

Insgesamt befinden sich etwa 60.000 Menschen in unmittelbarer Nähe von Cotopaxi. Bei einem ähnlichen Ereignis sind 1985 durch Schlammlawinen infolge des Ausbruchs von Vulkan Nevado del Ruiz in Kolumbien 22.000 Menschen ums Leben gekommen. Experten können nicht voraussagen, was passieren wird, warnen jedoch außerdem vor giftigen Gaswolken.

Eyjafjallajokull

Der Eyjafjallajokull sorgt für Chaos (Bild: Njaelkis Lea/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Welche Gefahren austretende Gas- und Rauchwolken auch auf die Menschen in Deutschland, Europa und die ganze Welt haben können, zeigte 2010 der isländsiche Vulkan Eyjafjallajökull, der tagelang den Flugverkehr lahmlegte. Zehntausende Menschen saßen in den europäischen Metropolen am Flughafen fest und konnten weder innerhalb Europas, noch in Richtung anderer Kontinente starten.

Weniger dramatisch, aber durch die Ereignisse von 2010 Angst einflößend, waren die Aktivitäten des ebenfalls isländischen Vulkans Bardabunga im August 2014. Der Wetterwarndienst setzte die Alarmstufe vorsorglich auf Rot und man kündigte an, dass es erneut zu erheblichen Einschränkungen im Flugverkehr kommen könnte, was teilweise auch Realität wurde.

Fuji, Japan

Der Fuji – Stolz Japans (Bild: 名古屋太郎/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Japan – Land der Vulkane

Das Land der aufgehenden Sonne weist eine ungewöhnlich große Anzahl an aktiven Vulkanen auf. Dazu zählen zahlreiche Vulkane an Land, aber auch einige unter dem Meeresspiegel sind bekannt. Viele von den Dutzenden gelisteten Vulkanen sind seit Jahrtausenden nicht mehr ausgebrochen und stellen somit keine unmittelbare Gefahr da.

Auch der wohl bekannteste Vulkan Japans und gleichzeitig Wahrzeichen des Landes, der Fuji ist seit über 300 Jahren, zuletzt 1708, nicht mehr ausgebrochen und zählt seit 2013 sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Er ist mit seinen 3776 Metern Höhe auch gleichzeitig der höchste Berg des Landes.

In Japan haben verantwortliche Politiker aktuell eine sehr umstrittene Entscheidung gefällt. Nach dem großen Atomunglück vom 11. März 2011 in Fukushima, bei dem durch ein Seebeben und den folgenden Tsunami Tausende den Tod und Hunderttausende ihre Heimat verloren, wurden alle Atomkraftwerke des Landes abgeschaltet.

Obwohl die Situation in Fukushima immer noch kompliziert ist, haben die Verantwortlichen frühzeitig angekündigt, wieder Atomkraftwerke im Land freigeben zu wollen, da die alternative Versorgung mit Gas und Kohle auf Dauer zu teuer ist. So geht in der Präfektur Kagoshima die Atomanlage Sendai erneut ans Netz und wird hochgefahren.

Der Sakurajima

Der Sakurajima (Bild: Flickr-bot/Wikipedia unter CC BY-SA 2.0)

Brisant an dieser an dieser Entscheidung, die den Atomgegnern prinzipiell schon falsch erscheint, da diese einen kompletten Atomausstieg für Japan fordern, ist, dass sich die Anlage in unmittelbarer Nähe eines Vulkans befindet. Der besagte Vulkan ist außerdem äußerst aktiv und erst 2013 zuletzt ausgebrochen. Es handelt sich um den Sakurajima, nahe der 600.000 Einwohner beheimatenden Stadt Kagoshima.

Es bleibt zu hoffen, dass im Fall eines Ausbruchs, keine direkte Gefahr für das Kraftwerk entsteht und weitere Atomkraftwerke in Risikozonen abgeschaltet bleiben. Der Druck der Öffentlichkeit wächst und führt eventuell auf mittelfristige Sicht dazu, diese Entscheidung zu überdenken und die Anlage wieder abzuschalten.

Die dennoch bestehende Gefahr durch einen Vulkanausbruch bleibt selbstverständlich bestehen, damit müssen sich die Menschen, die dort leben arrangieren und im Notfall schnell evakuiert werden. Ähnlich ergeht es anderen Ländern wie etwa Argentinien, Brasilien, Chile, Indonesien, Malaysia und vielen weiteren Nationen mit Vulkanen auf ihrem Staatsgebiet.

Dokumentation: Der Flammenspucker – Risiko Vulkan

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