Die indianische Bezeichnung kehrt zurück

Amerikas höchster Berg heißt nun Denali

Der ehemalige Mount McKinley heißt nun Denali (Bild: Smial/Wikipedia unter CC BY-SA 2.0)

Der ehemalige Mount McKinley heißt nun Denali (Bild: Smial/Wikipedia unter CC BY-SA 2.0)

Die Geschichte des Berges

Der Denali ist der höchste Berg Nordamerikas und mit seinen 6.168 Metern Teil des Gebirges Alaskakette. Er wurde am 7. Juni 1913 zum ersten Mal von Hudson Stuck bestiegen. In seiner unmittelbaren Nähe lebt die Volksgruppe der Koykun, in der athapaskischen Sprache bedeutet der Name Denali übersetzt so viel wie „der Hohe“ oder „der Große“.

Der Berg war zeitweise unter russischer Souveränität und trug den, in seiner Bedeutung dem original entsprechenden, Namen „Bolschaja Gora“. Erst ab 1917 bis zum 2015 wurde er von den meisten US-Amerikanern offiziell Mount McKinley genannt. Er ist nach dem 25. Präsident der Vereinigten Staaten der USA benannt worden.

Dieser William McKinley war etwa 4 Jahre lang bis 1901 amtierender Präsident. Nach einem Anschlag durch einen Anarchisten starb McKinley am 14. September 1901 in Buffalo. Seit den 1970er Jahren gab es Bestrebungen, den Berg wieder in Denali umzubenennen. In Alaska wird er seit jeher nur so bezeichnet und das soll in den ganzen USA so werden.

Koyukon Familie 1898

Koyukon Familie 1898 (Bild: Magnus Manske/Wikipedia – gemeinfrei)

Umbenennung durch die Obama-Regierung

Aufgrund einer anstehenden Reise nach Alaska war im Vorfeld bekannt gegeben worden, dass man den Berg nun von höchster Stelle her umbenennen wolle. Damit wurde den Ureinwohnern Alaskas, denen der Berg heilig ist, ein Geschenk gemacht. Obama wird der erste Präsident sein, der den Nordpolarkreis überquert.

Ein großes Thema beim Besuch im nordlichsten Bundesstaat der USA soll das Klima sein. Die USA ringt um eine einheitliche Stimme, um ihre Bemühungen und Ziele beim nächsten Klimagipfel formulieren zu können. Doch die Umbenennung hat auch prestige-Gründe für Obama, der von anderen Problemen ablenkt.

President Barack Obama

Obama bemüht sich um positive Schlagzeilen (Bild: Jatkins/Wikipedia – gemeinfrei)

Obama befindet sich in den letzten Zügen seiner zweiten Amtszeit und steht unter dem Druck, möglichst positiv in Erinnerung zu bleiben. Er besucht New Orleans und setzt sich für die Umbenennung eines Berges ein. Er macht bereits Wahlkampf für Hillary Clinton und verteilt innenpolitische Streicheleinheiten.

Während der IS die Region in Syrien und dem Irak unsicher macht, lenkt er die amerikanische Bevölkerung ab. Innenpolitisch gäbe es große Probleme wie etwa Geldknappheit und Armut zu bekämpfen. Nicht zuletzt die massiven Unruhen nach den Toden vieler schwarzer Jugendlicher und dem damit erneut in erschreckender Eindeutigkeit hervorgetretenen Rassismusproblem gäbe es anzupacken, doch Obama fehlt die Entschlossenheit.

Insgesamt betrachtet, ist die Umbenennung ein eigentlich längst überfälliger, bürokratischer Akt. Eine innenpolitische Randnotiz für Außenstehende, aber für Ureinwohner ein wichtiges Symbol, das eventuell tatsächlich zu etwas mehr Geschlossenheit in der US-amerikanischen Gesellschaft führt.

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