Junge Leute entwickeln große Lösungen

Wissenschaftswettbewerb Google Science Fair

Winners Google ScienceFairv2015

Die Gewinner 2015 (Bild: Shrijagannatha/Wikipedia unter CC BY-SA 4.0)

Idee und Initiatoren

Das Projekt Google Science Fair existiert seit 2011 und deckt als Wissenschafts- und Technologiewettbewerb viele wissenschaftliche Felder ab. 13- bis 18-jährige Schüler aus der ganzen Welt können sich bewerben. Sie wählen entsprechend ihrer Fähigkeiten ein Wissenschaftsfeld aus und arbeiten intensiv an einem Projekt.

Dabei kann es sich um ein spezielles Projekt in einem Bereich wie etwa Medizin oder Informatik handeln oder um die wertvolle Grundlagenforschung. Vor allem im asiatischen Raum und den USA wird der Wettbewerb sehr ernst genommen und viele Vorschläge und Einsendungen erreichen die Verantwortlichen.

Der Ideenreichtum der jungen Teilnehmer und ihr Engagement sind faszinierend. Komplizierte und große Probleme konnten bereits gelöst werden und machen eine völlig neue Welt möglich. Unterstützt wird das von Google als Dachorganisation initiierte Projekt von mehr als zwei Dutzend Bildungsorganisationen und größeren Partnern.

Zu den Geldgebern und Partnern gehören neben Google außerdem LEGO Education, National Geographic, Scientific American und Virgin Galactic. Letzterer gehört zur Virgin Group und ist dadurch bekannt, der erste kommerzielle Anbieter für Weltraumflüge zu sein. Dort setzt man als auf Innovationen, während LEGO sich der Förderung von Kreativität, Geschäftsideen und Technik verschrieben hat. Die anderen beiden genannten Partner sind langjährige und hoch anerkannte Wissenschaftszeitungen.

Auswertung und Auszeichnung

Die jungen Forscher erhalten genaue Informationen darüber, wie sie ihr Projekt erklären und präsentieren können. Alle Teilnehmer werden über Newsletter das gesamte Jahr über auf dem Laufenden gehalten und bereits im Vorfeld zu neuen Ideen angeregt. Ein Element auf der Internetpräsenz von Google Science Fair ist beispielsweise der Ideengenerator, um sich als interessierter Schüler Anregungen zu holen.

Fünf Bewertungskriterien:

  1. Spannende Idee
  2. Potenzial, eine Veränderung zu bewirken
  3. Leidenschaft für Wissenschaft oder Technik
  4. Praktikable Methode
  5. Kommunikationsfähigkeit

Die Projekte werden anhand der oben stehenden Kriterien von einer Fachjury bewertet. Im Jahr 2015 waren es 16 Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Bereichen. Sie alle sind äußerst begabt und verfügen über umfangreiches Wissen, sind zumeist als Dozenten und Entwickler oder Forscher tätig und haben selbst in der Vergangenheit bewiesen, dass sie große Veränderungen in Gang setzen können.

Edison Phonograph

Ein Vorbild der Jugendlichen: Thomas Alva Edison (1847-1931) mit seinem Phonographen (Bild: Levin C. Handy/Wikipedia – gemeinfrei)

Je nach Auftritt, Thema/Wissenschaftsbereich und Zukunftsfähigkeit werden die eingesendeten Projekte bewertet und ausgezeichnet. Die Besten unter ihnen erhalten Stipendien und können ihre aussichtsreichen Forschungsergebnisse und Ideen fortführen. Auch ein Lehrer wird für die optimale Förderung seiner Schüler ausgezeichnet. Es warten Sachpreise und Reisen auf die Gewinner.

Preise für die Gewinner

  • Hauptpreis: Stipendium über 50.000 US-Dollar
  • Finalisten: LEGO-Education-Rucksack, Abonnements, Geschenktüte
  • Scientific American Innovator Award: Stipendium über 25.000 US-Dollar
  • Google Technologist Award: Stipendium über 25.000 US-Dollar
  • National Geographic Explorer Award: Erlebnisreise zu den Galapagos-Inseln
  • LEGO Education Builder Award: Bildungsreise nach Dänemark zur LEGO-Gruppe
  • Virgin Galactic Pioneer Award: Reise zum Mojave Air und Spaceport
  • Community Impact Award: Unterstützung von 10.000 US-Dollar
  • Incubator Award: 10.000 US-Dollar zur Weiterentwicklung eines Projektes
  • Inspiring Educator Award: 10.000 US-Dollar für Förderung einer Klasse, 5.000 US-Dollar
  • Gutschein zum Erwerb von LEGO Education Produkten

Es ist zu beobachten, dass neben vielen Finalisten aus den USA vor allem Jugendliche aus Schwellenländern bzw. Industrienationen, die gerade aufsteigen, zu finden sind. Vor allem Singapur und Indien, aber auch die Türkei, China und Taiwan sind vertreten. Europäische Vertreter sind eher selten anzutreffen, nur Großbritannien sticht im Finalistenfeld mit mehreren Teilnehmern hervor. Deutschland oder skandinavische Nationen sind gar nicht vertreten, dafür aber Russland, Polen und die Ukraine.

Einige Projekte in der Vorstellung

Den Hauptpreis konnte die 16-jährige Olivia Hallisey aus den USA gewinnen. Sie beschäftigte sich mit dem Thema Ebola-Nachweis. Die bisherigen Tests waren extrem unvorteilhaft, da sie nicht nur zeitaufwendig waren (12 Stunden), sondern zudem auch teuer. Das lag daran, dass sie gekühlt werden mussten und somit vor allem in den Anwendungsgebieten eher umständlich zu benutzen waren.

Sie hat mithilfe des Seidenfibroins, welches stabilisierende Eigenschaften besitzt, eine Methode entwickelt, bei der ein wasseraktiver Nachweis von Ebola-Antigenen über einen Farbwechsel möglich ist. Außerdem kann dieser Test bereits vor dem Ausbruch der Symptome und einer damit verbundenen Ansteckungsgefahr angewendet werden und dauert nur 30 Minuten.

Den Google Technologist Award erarbeitete sich der aus Singapur stammende 17-jährige Girish Kumar. Er entwickelte ein Programm, mit dem man Lehrer wesentlich einfacher Lückentexte erstellen können, um so Lernwissen abzufragen. Es ermittelt anhand verschiedener Faktoren, Antwortoptionen und erstellt sinnvolle Fragesätze.

Dabei schafft es das Programm, neben den sinnvollen Fragen, die Lücken intelligent zu setzen, und aus dem Ursprungstext mehrere alternative Lösungen vorzuschlagen. Aus drei bis vier Antworten, die sich ähneln, muss der Schüler auswählen und sich für die richtige Antwort entscheiden. Das Vorbereiten der Tests erspart dem Lehrer viel Zeit und Mühe.

Unter den weltweiten Finalisten befinden sich außerdem Yo Hsu (14 Jahre) und Jing-Tong Wang (13 Jahre) aus Taiwan. Sie entwickelten eine moderne Prüfmöglichkeit vom Inhalt von Glasflaschen. Wenn eine formgleiche Flasche aus Glas mit unterschiedlichen Flüssigkeiten befüllt wird, ergeben sich unterschiedliche Geräusche, wenn die Falschen angeklopft werden.

Durch das Verfahren können Fälschungen und Betrug aufgedeckt werden, ohne eine Flasche öffnen zu müssen. So kann z. B. untersucht werden, ob sich in einer Flasche Benzin befindet oder solches, das mit Lösungsmitteln gepanscht wurde. Auch die Art der Flüssigkeit lässt sich mit dem Geräuschtest bestimmten.

Ab November 2015 wird es auf der Internetpräsenz des Projektes die ersten Informationen zum Google Science Fair 2016 geben. Jugendliche in der entsprechenden Altersklasse können sich mit einem Projekt auf den nächsten Wettbewerb vorbereiten und teilnehmen. Dieser Wettbewerb auf wissenschaftlicher Ebene kann als Pendant zu den WorldSkills gesehen werden, wo das Handwerk im Blickpunkt steht.

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