Schock in Westafrika

Erneuter Ebola-Ausbruch fordert Todesopfer

Golfen in Südafrika

Afrika erneut in Angst (Bild: Pixeltheater – Fotolia)

Aktuelle Ereignisse

Nathan Gbotoe (15) wurde im Laufe der letzten Woche gemeinsam mit seinem Bruder und deren Vater ins Krankenhaus eingeliefert. Die drei sind an Ebola erkrankt und wurden sofort medizinsich versorgt. Wo der Junge sich angesteckt haben könnte, ist bislang unbekannt. Die Krankheit verlief dramatisch und führte schließlich zum Tod des Jungen, der somit der erste Todesfall seit Langem ist.

Die Behörden sind bemüht einen erneuten flächendeckenden Ausbruch zu verhindern und haben bisher über 150 Menschen ermittelt, die mit dem Teenager Kontakt hatten und sich eventuell infiziert haben könnten, auch 25 Menschen des Gesundheitspersonals werden beobachtet, wobei zehn von ihnen einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt waren.


Ansteckungswege von Ebola

  • Tröpfcheninfektion
  • Körperflüssigkeiten wie Blut, Muttermilch, Sperma, eventuell sogar Speichel
  • Schleimhäute
  • häufig über den Verzehr durch „Buschfleisch“ (tierische Quelle)
  • über kontaminierte Gegenstände

Liberia hatte den letzten Toten im Juli 2015 gemeldet, weswegen es seit dem 3. September erneut (auch schon am 9. Mai 2015) als Ebola-frei galt. Dieser neue Rückschlag sorgt nicht nur im Land selbst und den Nachbarländern, sondern auch weltweit für Sorgen und Bestürzung. Das Nachbarland Sierra Leone gilt erst seit dem 7. November 2015 als Ebola-frei. In keinem anderen Land hatten sich mehr Menschen mit dem tödlichen Virus infiziert.

Die Spätfolgen

Die Krise rund um die Epidemie, die seit 2014 die Welt in Atem hielt, zeigte vor allem zwei Probleme auf. Zum einen wurden großen Schwächen bei der Früherkennung und dem Management der Epidemie offensichtlich geworden. Trotz frühzeitiger Erkenntnisse im Frühling 2014, erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erst im August des Jahres den internationalen Gesundheitsnotfall, da war die Krankheit bereits längst außer Kontrolle geraten.

Andererseits wurde Forschern und Ärzten klar, wie wenig sie über diese Krankheit und deren Spätfolgen wussten. Die räumliche Eingrenzung bisheriger Epidemien und die extrem hohen Todesraten von bis zu 90 Prozent der Infizierten führten dazu, dass kaum Fallstudien und Spätfolgen dokumentiert werden konnten.

Während der Epidemie und in der Folge konnten hierbei Lücken geschlossen werden. Von den rund 28.000 Infizierten überlebten etwa 13.000 Patienten die Krankheit, die nun mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben und teilweise schwer geschädigt sind. In den allermeisten Fällen bleiben sie ein Leben lang arbeitsunfähig und leiden unter Schmerzen.

Folgen der Erkrankung
betroffener Bereich Beschwerden/Symptome
gesamter Körper allgemeine Erschöpfung
Gelenke permanente Schmerzen
Kopf Migräne, andauernde Kopfschmerzen
Augen Regenbogenhautentzündungen, bis hin zu Erblindung
Leber Hepatitis
Rücken Rückenmarksentzündung, bis hin zur Querschnittlähmung
Psyche Traumata, auch durch den Verlust von Verwandten
Psyche/Gehirn Depressionen, Psychosen

Hinzu kommen außerdem wirtschaftliche Faktoren, die das Land belasten. Seuchengefahr, die so schwer wiegt, macht ein Land touristisch uninteressanter. Außerdem ist eine solche Krise und die spätere Auseinandersetzung mit den vielen Opfern eine schwere nationale Aufgabe und erfordert viel Geduld, Geschlossenheit und Menschlichkeit.

Hoffnungen für die Zukunft

Nach den organisatorischen Mängeln wurden neue Standards geschaffen, um bei erneuten Ausbrüchen ein solches Umgreifen wie bei der letzten Ebola-Welle zu verhindern. In Krankenhäusern betroffener Regionen sollen besondere Bereiche geschaffen werden, um im Ernstfall sofort Platz für Patienten in Quarantäne zu schaffen.

Ein Forscher benutzt Reagenzgläser zur Forschung.

Mediziner suchen nach einer Heilung für das Ebola-Virus. (Bild: yanlev – Fotolia.com)

Auch die Bevölkerung wurde, oft unter größten Schwierigkeiten und gegen massive Widerstände, über die Krankheit und ihre Verbreitung aufgeklärt. Außerdem werden die bsiherigen Erkenntnisse weiterhin analysiert, um die Krankheit besser zu verstehen. Übertragungszeit und -wege sind genauer erfasst. Die Mediziner mussten beispielsweise feststellen, dass sich das Virus nicht nur 10 Wochen, sondern auch noch einige Monate nach überstandener Krankheit im Sperma von Männern nachweisen lässt. Auch in den Augen bleiben die Viren besonders lange erhalten.

An Impfstoffen gegen das bösartige Virus wird intensiv geforscht. Erste Erfolge bei Tierversuchen konnten sogar dann noch erzielt werden, als das Gegenmittel nach der eigentlichen Infektion gespritzt wurde. Es kam zu einer kompletten Abwendung der Krankheit. Als Basis dienen Antikörper, die durch Versuche mit Affen gewonnen werden konnten. Mehrere Forschergruppen hoffen auf Erfolge in der Zukunft.

In Sierre Leone drückte man seine Hoffnungen mit dem Song „Bye bye Ebola“ aus.

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