66. Filmfestspiele von Berlin

Berlinale 2016: Highlights höchster Filmkunst

Furioser Auftakt

Die Internationalen Filmfestspiele von Berlin 2016 beginnen mit einem Paukenschlag. Außer Konkurrenz läuft am 11. Februar im Berlinale Palast der Eröffnungsfilm „Hail, Caesar!“, bei dem die Coen-Brüder die Regiearbeit übernahmen. Es handelt sich dabei um einen Meta-Film über das Goldene Jahrzehnt Hollywoods.

Humoristisch wird die Entführung eines der Top Stars aus Hollywood geschildert und wie das Leben der Filmschaffenden vor und hinter der Kamera damals aussah. Das Werk ist top besetzt. In den Hauptrollen finden sich George Clooney und Josh Brolin, sowie Ralph Fiennes und Scarlett Johansson. Außerdem wirken Größen wie Tilda Swington, selbst Jurypräsidentin bei der Berlinale 2009, sowie Alden Ehrenreich und Channing Tatum mit.

Deutsche Newcomer

66. Berlinale Plakat 2

Die 66. Berlinale findet vom 11. bis 21. Februar statt. (Bild: Velvet Creative Office © Internationale Filmfestspiele Berlin)

Bereits mit dem Antritt des Berlinale Intendanten Dieter Kosslick im Jahr 2000 wurde eine spezielle Förderung des deutschen Films initiiert. Der Arbeitstitel für diesen Teilbereich des Wettbewerbes ist Perspektive Deutsches Kino 2016. Junge Filmemacherinnen und Filmemacher erhalten die Chance sich mit Kurzfilmen oder ersten Langspielfilmen einem breiteren Publikum zu präsentieren.

Die diesjährigen Beiträge sind bereits bekannt und laufen unter dem Motto: „Unsichtbares sichtbar machen“. So wird es einen Film über die mexikanische Malerin Oda Jaune geben. Ein anderer beschäftigt sich mit einem Trip nach Nordfrankreich, wo innere Geister zurückgelassen werden sollen.

Oft spielt der Alltag von ganz normalen Menschen oder eine spezielle Kulisse eine Rolle. So auch in den letzten beiden Beiträgen, in denen Manuel Inacker mit „Pallasseum – Unsichtbare Stadt“ nach architektonisch perfekten Formen sucht, während in „Valentina“ ein kleines Roma-Mädchen mit ihrer Familie in Skopje, Mazedonien den täglichen Überlebenskampf bestehen muss. Dies stellt Regisseur Maximilian Feldmann einfühlsam in Schwarz-Weiß-Bildern dar.

 

Perspektive Deutsches Kino 2016
Filmtitel Regisseur/in
Wer ist Oda Jaune? Kamilla Pfeffer
Las cuatro esquinas del círculo (Kreis mit vier Ecken) Katarina Stankovic
LIEBMANN Jules Herrmann
Agonie David Clay Diaz
Pallasseum – Unsichtbare Stadt Manuel Inacker
Valentina Maximilian Feldmann

 

Hauptfilme und Jury

Meryl Streep Harvard

Meryl Streep erhält die Ehrendoktorwürde der Harvard Universität (Bild: EEng/Wikipedia – gemeinfrei)

Um den begehrten Hauptpreis kämpfen insgesamt fünf Filme. Im Beitrag von Filmemacher Vincenz Perez „Jeder stirbt für sich allein“ geht es um ein Ehepaar, das sich während der NS-Zeit um den Widerstand bemüht. Ein schweres Thema, das jedoch bei den Filmfestspielen von Berlin nie fehlen darf. In dem Streifen wirken unter anderem Brendan Gleeson, Emma Tompson und Daniel Brühl mit.

Die internationale Jury ist in diesem Jahr vor allem aufgrund ihrer Präsidentin hervorzuheben. Die Ehre erhält die bereits drei Mal mit dem Oscar ausgezeichnete Schauspielerin Meryl Streep. Auch bei der Berlinale ist der Hollywood-Star keine Unbekannte, sicherste sie sich doch bereits drei Auszeichnungen. Nach der Berlinale Kamera 1999 und dem Silbernen Bären als beste Darstellerin 2003 wurde ihr 2012 der Goldene Ehrenbär überreicht.

Neben dem deutschen Beitrag im Hauptwettbewerb sind außerdem noch ein kanadischer Film, eine britisch-US-amerikanische Koproduktion und zwei weitere Filme aus den USA im Teilnehmerfeld. Einer der beiden Letztgenannten ist „Midnight Special“, in dem Kirsten Dunst, Joel Edgerton und Adam Driver mitwirken sowie Hauptdarsteller Michael Shannon.

 

Wettbewerbsbeiträge
Filmtitel Regisseur/in Produktionsland
Boris sans Béatrice Denis Côté Kanada
Genius Michael Grandage GB/USA
Jeder stirbt für sich allein Vincent Perez D/F/GB
Midnight Special Jeff Nichols USA
Zero Days Alex Gibney USA

 

Einen Favoriten gibt es bisher noch nicht, die Kinogemeinde darf gespannt sein, welcher Film sich dieses Jahr über den großen Preis freuen darf. Im letzten Jahr gewann der iranische Film „Taxi Teheran“ und damit sein Regisseur Jafar Panahi.

Kurzfilme und Lebenswerk

Neben dem Hauptwettbewerb läuft außerdem innerhalb der Sektion „Berlinale Shorts“ der Kurzfilmwettbewerb. Die dreiköpfige Jury besteht hierbei aus der Künstlerin, Dozentin und Kuratorin Sheikha Hoor Al-Qasimi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Autorin und Dozentin Katerina Gregos aus Griechenland und dem israelischen Filmemacher und Dozenten Avi Mograbi.

Der erste Platz erhält nicht nur den Goldenen Bären für den besten Kurzfilm, sondern ist automatisch gesetzter Mitbewerber bei der Oscarverleihung in der Kategorie Kurzfilm im nächsten Jahr. Der Preis der Jury wird mit dem Silbernen Bären prämiert und der von Audi gesponsorte Audi Short Film Award erhält ein Preisgeld von 20.000 Euro. Außerdem kann noch eine Nominierung für den European Film Academy Short Film errungen werden.

Michael Ballhaus

Michael Ballhaus stellt in Leipzig 2014 seine Biografie vor (Bild: Amrei-Marie/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Eines der Highlights dieses Jahr ist die Verleihung des Goldenen Ehrenbären an den renommierten Kameramann Michael Ballhaus. Er ist vor allem durch seine lange Zusammenarbeit mit dem Ausnahmeregisseur Rainer Werner Fassbinder bekannt und der Mitwirkung an vielen von dessen Filmen.

Außerdem arbeitete Ballhaus mehrfach mit Martin Scorsese zusammen und übernahm die Kameraarbeit bei erfolgreichen Filmen wie „Die letzte Versuchung Christi“ (1988), „Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia“ (1990) und „Departed – Unter Feinden“ (2006). 2015 wurde er 80 Jahre alt und setzte sich 2014 nach einer sehr langen Schaffenszeit zur Ruhe.

Meryl Streep als Jurypräsidentin

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