Ziggy Stardust wird nie wieder singen

David Bowie mit 69 Jahren an Krebs gestorben

David-Bowie Chicago 2002

David Bowie in Chicago 2002 (Bild: Adam Bielawski/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Langer Kampf gegen den Tod und letztes Album

David Robert Jones, besser bekannt als David Bowie, wurde am 8. Januar 69 Jahre alt. Am selben Tag erschien sein 25. Studioalbum „Blackstar“. Dieses Album wird das letzte des eigenwilligen Künstlers bleiben. Bereits zwei Tage nach der Veröffentlichung am 10. Januar 2016 starb Bowie nach langem Kampf gegen eine Krebserkrankung.

Sein Sohn Duncan Zowie Haywood Jones (44) bestätigte auf Twitter in einer kurzen Mitteilung die Todesmeldung und drückte sich sehr traurig über den schweren Verlust aus. Auch der PR-Berater von Bowie vermeldete das Ableben des Künstlers und bat trotz all der Anteilnahme um Zurückhaltung und Ruhe, damit die Familie trauern kann.

In der Mitteilung war ebenfalls zu lesen, dass David Bowie an Krebs gestorben ist und zuvor 18 Monate lang tapfer gegen die Erkrankung angekämpft hat. Er hatte die Diagnose 2014 erhalten und die Nachricht vor der Öffentlichkeit geheim gehalten. David Bowie ist friedlich im Kreise seiner Familie eingeschlafen.

Iman Abdulmajid

David Bowies Frau Iman Abdulmajid (Bild: Arthur/Wikipedia unter CC BY-SA 2.0)

Für Sohn Duncan ist dieser Verlust besonders schwer. Bis zum Jahr 2013 musste er um das Leben seiner jungen Frau Rodene Ronquillo Jones fürchten, die an Brustkrebs erkrankt war. Er heiratete sie 2012, nur zwei Tage nach ihrer Krebsdiagnose und unterstützte sie in den folgenden Monaten. Seit 2013 gilt sie als geheilt.

Neben seinem Sohn Duncan und seiner Schwiegertochter Rodene hinterlässt er außerdem seine Ehefrau Imam Abdulmajid, mit der er seit 1992 verheiratet war und die gemeinsame Tochter Alexandra Zahra Jones (*2000).

Frühe Jahre

David Jones wurde in London geboren und wuchs ab den 1950er Jahren mit seinen Eltern und Halbbruder Terry in gutbürgerlichen Verhältnissen auf. Durch Vater und Bruder wurde früh sein Interesse für Musik geweckt und zahlreiche Künstler und Musikrichtungen beeinflussten den jungen David. Er galt als Kind als äußerst ruhig und höflich, fast schüchtern.

Um nicht mit Davy Jones („The Monkees“) verwechselt zu werden, wählte er den Künstlernamen David Bowie. Im Verlauf der 1960er Jahre sammelte er in zahlreichen Bands Erfahrungen als Sänger und Saxofonist. Er bildete sich in den Musikstilen Rock/Pop, Beatmusik, Jazz und vielen anderen Richtungen weiter, der Erfolg blieb jedoch zunächst aus.

Nachdem auch sein erstes Album „David Bowie“ wenig Aufmerksamkeit erregte, widmete er sich intensiv neuen Vermarktungsstrategien und Werbefilmen. Später waren ausgefallene Outfits, ein stark geschminktes Gesicht und bunte Jahre seine Markenzeichen. Mit dem Song „Space Oddity“ gelang ihm schließlich der Durchbruch.

David Bowie: Space Oddity Original Video

Höhepunkte des Schaffens und Filmstar

Während er in den 1970er Jahren als Avantgarde-Künstler gefeiert wurde, vollzog er um 1980 einen Imagewechsel. Durch seine skurrilen Auftritte, seine androgyne Optik und ein Outing als Bisexueller hatte er es jedoch zu nächst schwer, dem Image als Paradiesvogel zu entkommen. Er spielte auch in den folgenden Jahrzehnten damit.

Dennoch wurde er in den 1980er Jahren vor allem als Popkünstler gefeiert und dementierte seine Bisexualität, die er Gerüchten zufolge sogar mit Mick Jagger ausgelebt haben soll. Bereits seit Anfang der 1970er Jahre bis zu seinem letzten Film 2009 war Bowie außerdem als Schauspieler in vielen Spielfilmen aktiv.

Dabei verkörperte er ebenso skurrile Rollen wie bei seinen Bühnenshows und arbeitete mit Weltstars aus Schauspiel und Regie zusammen. Für eine seiner ersten Darstellungen in dem Kultfilm „Der Mann, der vom Himmel fiel“ wurde er beim Saturn-Award (damals „Golden Scroll“) als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

David Bowie 1975

David Bowie 1975 (Bild: RCA Records/Wikipedia – gemeinfrei)

Filme (Auswahl)

  • Der Mann der vom Himmel fiel – GB 1976
  • Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo – D 1981
  • Begierde – GB 1983
  • Die letzte Versuchung Christi – USA 1988
  • Twin Peaks – Der Film – F/USA 1992
  • Der Börsen-Crash USA 2008

Im Laufe seiner Karriere, in der er sich eine große Reputation erwarb, verkaufte er nicht nur Millionen von Singles und Alben, sondern arbeitete auch mit namhaften anderen Künstlern zusammen. Gemeinschaftsprojekte realisierte er unter anderem mit Bing Crosby, Queen, Mick Jagger, Tina Turner und den Pet Shop Boys.

Als experimentierfreudiger Musiker beeinflusste er Künstler wie Madonna und Morrisey. Er gilt außerdem als ein Vorreiter des Internetmarketings, seine Webseite existiert bereits seit 1996 und hält für angemeldete Mitglieder spezielle Inhalte bereit. Des Weiteren sammelte er im Laufe seiner langen Karriere zahlreiche Auszeichnungen als Musiker und Schauspieler.

2014 erhielt er seinen letzten Brit Award, den er von einer Freundin, dem Model Kate Moss, entgegennehmen ließ. Seit 1996 ist er Mitglied der Rock and Roll Hall of Fame. Er besitzt einen eigenen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame und im Januar 2015 wurde sogar ein Asteroid nach ihm benannt.

Somit hat es David Bowie tatsächlich ins All geschafft. Sein Wirken bleibt unvergessen und vermutlich wird sein letztes Album „Blackstar“ viele Verkaufsrekorde brechen. Ruhe in Frieden David Bowie.

Trailer zu „The Man Who Fell to Earth“ 1976

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