Schwangere in größter Gefahr

Das Zika-Virus breitet sich weiter aus

Aedes albopictus, die Asiatische Tigermücke

Aedes albopictus, die Asiatische Tigermücke überträgt den Zika-Virus (Bild: James Gathany/Wikipedia – gemeinfrei)

Was ist das Zika-Virus?

Das Zika-Virus erhielt seinen Namen durch den Zika Wald nahe Entebbe in Uganda, wo es 1947 erstmals auftrat. Betroffen war damals ein Rhesusaffe. In den folgenden 60 Jahren, also bis zum Jahr 2007 waren lediglich 15 Fälle bekannt geworden, bei denen sich ein Mensch mit dem Virus angesteckt hatte.

Außerdem war das Virus nur in Afrika und Südostasien aufgetreten. Wie viele andere Viruserkrankungen wird es durch Stechmücken übertragen. Das Zika-Virus gehört zur Familie der Flaviviradae. Damit weist es Verwandtschaftsverhältnisse zu bekannteren Erkrankungen wie dem Dengue-Fieber, dem Gelbfieber, dem West-Nil-Fieber und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) auf.

Symptome

  • leichtes Fieber
  • Hautrötungen
  • Bindehautentzündungen
  • Gelenkschmerzen/Magenschmerzen/Schwindel
  • Muskel- und Kopfschmerzen (seltener)
  • Erbrechen (selten)
Brasilien, Rio

Rio de Janeiro, Brasilien (Bild: Udo Schmidt/Wikipedia unter CC BY-SA 2.0)

Im Vergleich zu den verwandten Erkrankungen verläuft das Zika-Fieber harmlos. Die Symptome sind weniger stark ausgeprägt und nicht lebensgefährlich. Bereits nach 4 bis 5 Tagen, spätestens jedoch nach einer Woche klingen die Symptome ab. Bisher (Stand 2016) sind keine Todesfälle zu verzeichnen, auch bleibende Schäden sind nicht erfasst.

Die große Gefahr des Zika-Virus liegt jedoch in zwei anderen Erkrankungen, die das Zika-Fieber offenbar auslösen kann. Die Erkrankung schädigt ungeborene Kinder im Mutterleib massiv. Nachdem Schwangere, vor allem während des ersten Drittels der Schwangerschaft mit dem Zika-Virus zu kämpfen hatten, bildeten sich Missbildungen bei Föten und Neugeborenen.

Die Kinder weisen eine massive Entwicklungsstörung des Kopfes auf (Mikroenzephalie), der im Schnitt ein Drittel kleiner ist, als bei Kindern vergleichbaren Alters. Dies hat schwere geistige Behinderungen und andere Einschränkungen zur Folge. Die entstandenen Schäden sind irreparabel und das folgende menschliche Leid unermesslich.

Auch das Guillain-Barré-Syndrom tritt in Zusammenhang mit dem Zika-Fieber offenbar häufiger auf. Hierbei handelt es sich um eine sehr schwere neurologische Erkrankung, die zunächst mit Symptomen wie Herzrasen, plötzlichem Anstieg oder Abnahme des Blutdruckes, Störungen von Blase und Darm sowie starkem Schwitzen einhergeht.

Die Erkrankung verläuft äußerst schwerwiegend und dauert Wochen an. Aufgrund der Störungen des vegetativen Nrervensystems und der Herzrhythmusstörungen kommt es auch zu Lähmungen und Todesfällen z. B. durch den Ausfall der Atmung. Die Erholungsphase dauert viele Wochen oder Monate, bis hin zu Jahren an. Als bleibende Schäden können Lähmungen zurückbleiben.

Zika Virus Verbreitungsgebiet (2016)

Zika Virus Verbreitungsgebiet bis 2016 (Bild: Furfur/Wikipedia unter CC BY-SA 4.0)

Ausbreitung des Zika-Virus

Seit 2007 ist bekannt, dass das Zika-Virus sich immer weiter ausbreitet und auch außerhalb von Afrika und Südostasien auftritt. Vor allem in der Äquatorregion breitete sich das Virus global aus. Dies liegt vermutlich an den günstigen Klimabedingungen für die übertragenden Stechmücken. Zunächst sind Fälle aus Mikronesien bekannt geworden, allerdings ist vor allem Brasilien schwer betroffen.

In Brasilien befürchten Experten bereits 1,3 Millionen Infizierte. Auch andere südamerikanische Länder sind betroffen. Das Virus breitet sich stark in Ozeanien aus und dringt immer weiter nördlich vor, sodass auch Fälle aus mehreren europäischen Ländern dokumentiert wurden. Eines dieser Länder ist Deutschland, in das das Virus eingeschleppt wurde.

Dokumentierte Länder (Auswahl)

  • Uganda
  • Mikronesien
  • Brasilien
  • Kolumbien
  • Bolivien
  • Venezuela
  • Dominikanische Republik
  • Haiti
  • Mexiko
  • Frankreich
  • Cook-Inseln
  • Vanuatu
  • Neukaledonien

Das Zika-Virus wird in den allermeisten Fällen über die Stechmücke (Asiatische und Ägyptische Tigermücke) von einem Menschen auf den anderen übertragen. Auch Tiere können betroffen sein. Jüngste Vermutungen deuten auf eine mögliche Übertragung durch Sperma hin, da auch darin das Virus nachgewiesen werden konnte. Auch die Weitergabe via Bluttransfusionen, in denen das Virus vorhanden ist, sind denkbar. Die Erkenntnisse darüber sind jedoch noch nicht gesichert.

Angesichts der Ebola-Epidemie 2015 ist bei vielen Experten eine erhöhte Sensibilität bezüglich der Ausbreitung des Zika-Virus festzustellen. Einige Experten warnen die Weltgemeinschaft und werfen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erneut zu große Passivität vor. Auf eine Erklärung des „Öffentlichen Gesundheitsnotstandes internationalen Ausmaßes“ durch die WHO wird noch gewartet.

Desinfektion Afrika

Beispiel von Desinfektionsmaßnahmen in Afrika (Bild: Ethleen Lloyd/Wikipedia – gemeinfrei)

Risiko und Ausblick

Brasilien steht aus mehreren Gründen besonders im Fokus. In Brasilien sind in letzter Zeit ca. 4.180 Fälle von Mikroenzephalie bei Babys bekannt geworden, fast 70 von ihnen sind bereits gestorben. Das Land hat daraufhin ein Großaufgebot von über 200.000 Einsatzkräften bestehend aus Soldaten, Marines und anderen Helfern zusammengestellt, um die Moskitoplage zu bekämpfen.

In allen betroffenen Gebieten werden Häuser und Straßenzüge, vor allem jedoch alle Arten von Wasserstellen desinfiziert, um die Mücken und ihre Eier zu beseitigen. Mit entschlossenem Vorgehen will die Regierung der Epidemie Einhalt gebieten. Das ist vor allem angesichts der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro enorm wichtig, um den Gästen eventuelle Ängste zu nehmen. Das Event soll wie die WM 2014 ein voller Erfolg werden und keinesfalls durch solche Umstände negative Schlagzeilen machen.

Deutschland gibt aktuell Reisewarnungen für Schwangere heraus, die die betroffenen Länder meiden sollten. Auch aus Frankreich ist zu hören, dass von Reisen in betroffene Gebiete abgeraten wird. Sollte ein Reisender nach einem Auslandsaufenthalt einige der Symptome feststellen, ist eine Vorstellung beim Arzt dringend anzuraten. Abschließende Sicherheit darüber, ob es sich bei der Erkrankung um das Zika-Virus handelt, gibt ein Bluttest.

Was ist das Zika-Virus?

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