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Kultschuhe – Diese Schuhe begeistern Generationen

Manche Modelle stehen für eine besondere Message oder ein Lebensgefühl und andere sind wegen ihres außergewöhnlichen Komforts beliebt. Ob durch prominente Träger, Sport oder die Arbeiterklasse bekannt geworden – diese Schuhe sind Kult.

Chucks von Converse

Für die Chuck Taylor All Stars von Converse scheint der Begriff „Kultschuhe“ gemacht worden zu sein (Bild: Pexels – pixabay)

Converse All Star

Dieses Modell der Marke Converse ist mit über einer Milliarde verkaufter Exemplare bis jetzt das erfolgreichste Schuhmodell der Welt. Charakteristisch für die knöchelhohen Schuhe sind die Gummisohle, Leinenstoff und der runde Aufnäher auf der Innenseite mit der Aufschrift „Converse All Star Chuck Taylor“, woraus die Bezeichnung Chucks für diese Schuhe entstand.

1917 kamen die als Basketballschuhe konzipierten Modelle auf den Markt, damals nur in schwarz. Erste Anhänger fanden die Schuhe auch ausschließlich unter Basketballspielern aller Länder. Die amerikanische Basketballmannschaft nutzte die Converse All Star zeitweise als ihre offiziellen Schuhe. Als Basketball in den 1930ern olympisch wurde, wurden gleichzeitig die Schuhe bekannter.

In den 50ern entwickelten sich die Chucks zu den Alltagsschuhen der Jugend. Für viele waren sie damals ein Ausdruck von Individualität oder Rebellion, wodurch die Chucks in vielen Szenen beliebt wurden. So werden die Schuhe bis heute von Punks, Emos und in der Hip-Hop Szene gleichermaßen getragen. Viele personalisierten ihre Chucks, indem sie sie bemalten oder Blumen zwischen die Schnürsenkel steckten, wie es die Anhänger der Flower-Power-Bewegung taten.

Die Converse All Star wurden auch durch populäre Träger immer wieder ins Gedächtnis der Leute gerufen. Es gibt zum Beispiel Fotos von James Dean, Elvis Presley und Kurt Cobain, auf denen sie die schwarzen Klassiker tragen. Mick Jagger heiratete sogar in weißen Exemplaren der Kultschuhe. Auch die Sängerin Avril Lavigne ist bekennender Fan der Schuhe und besitzt nach eigener Aussage mehr als 100 Paar Converse All Stars.

Heute gibt es die Converse All Star Modelle in unzähligen Farbvarianten und neben den knöchelhohen Schuhen noch in zwei weiteren Höhen. Durch die große Vielfalt werden die Chucks von allen gerne getragen.

Adidas Samba und Adidas Original Superstar

Adidas Sneaker

Die bekannten Herren Sneaker von Adidas waren ursprünglich als Fußballschuhe gedacht (Bild: picselweb – pixabay)

Die Adidas Sambas sind ein echter Turnschuhklassiker. Mittlerweile wird dieses Modell zwar in mehreren Farben hergestellt, original sind sie aber in schwarz mit drei weißen Streifen und der braunen Gummisohle. Diese Schuhe sind Adidas‘ meist verkauftes Modell.

Auch die Sambas kommen ursprünglich aus dem Sport. 1950 wurden sie erstmals für den Indoor-Fußball produziert. Das klassische Modell wird bis heute unter dem Namen Adidas Samba Classic M verkauft, zusätzlich zu anderen Linien wie zum Beispiel den Samba’85.

Früher waren die Schuhe nur in Sportgeschäften oder sogar nur in Fußball-Geschäften erhältlich. Obwohl die Adidas Samba immer noch beim Fußball verwendet werden, haben sie längst ihren Weg in jedermanns Schuhschränke und auf die Bildschirme der Welt gefunden.

So trägt zum Beispiel Shia LaBeouf ein paar des Erfolgsmodells in seinem Film „Transformers: Die Rache“. Ashton Kutcher trug die Schuhe bereits bei mehreren Projekten, am bekanntesten davon ist die Fernsehserie „Die Wilden Siebziger“. Das vermutlich aktuellste Beispiel für die Popularität der Adidas Samba liefert „The Walking Dead“, wo der Schauspieler Steven Yeun schwarze Sambas trägt.

Auch der beliebte Adidas Turnschuh Original Superstar entwickelt sich langsam zum Kultschuh. Erstmals produziert wurde dieser Schuh mit den Zehenkappen aus Gummi bereits in den 1970ern. Obwohl diese Schuhe für Basketballspieler konzipiert wurden, verbreiteten sie sich zuerst im Hip-Hop. Die Adidas Superstars gibt es in verschiedenen Farben und Materialen, wobei einige Modelle so selten sind, dass Sammler dafür Summen im vierstelligen Bereich zahlen.

Birkenstock

Die Geschichte der Familie Birkenstock lässt sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Die ersten Sandalen mit flexiblen Korkeinlagen kamen 1964 auf den Markt, die Birkenstocksandalen, die heute als das Modell „Madrid“ verkauft werden. Die Sohle bleibt bei jedem Modell erhalten, lediglich das Oberteil der Sandalen variiert im Design.

Vorerst blieb der große kommerzielle Erfolg der Firma Birkenstock aus, denn nur wenige Geschäfte nahmen die Sandalen überhaupt erst in ihr Sortiment auf. Zuerst wurde die Firma von Ärzten und anderen Menschen in Pflegeberufen entdeckt. Birkenstock verkaufte seine Schuhe damals nicht in Läden, sondern vermarktete sie per Post.

Ende der 1960er fanden die Anhänger der Hippiebewegung in den USA Gefallen an den Sandalen. Sie wurden ein Ausdruck ihrer freien Lebenseinstellung. In Deutschland wurden die Schuhe erst in den 80ern populärer, auch hier größtenteils in Pflegeberufen und Alternativbewegungen.

Obwohl die Schuhe von vielen Menschen heute immer noch mit Linken und Friedensbewegungen in Verbindung gebracht werden, ist die Marke Birkenstock so angesagt wie nie zuvor. Viele Menschen tragen die Schuhe, ohne damit ein Statement setzen zu wollen. Das zeigt sich zum Beispiel dadurch, dass die Firma mit Persönlichkeiten wie Heidi Klum kooperiert, die eine Linie für Birkenstock designen durfte.

Die Schuhe stehen heute also eher für eine entspannte Lebensweise, als für eine politische Botschaft und erfreuen sich aufgrund ihres Komforts immer größerer Beliebtheit.

Dr. Martens

Die Dr. Martens, oder auch Docs genannt, wurden ursprünglich von dem deutschen Arzt Klaus Märtens entwickelt, der auch Namensgeber der Schuhe ist. Die Idee kam ihm nur wenige Wochen nach dem Zweiten Weltkrieg, da er robuste Schuhe mit einer weicheren Sohle wollte, als seine Arbeitsschuhe sie hatten. Die Schuhe waren beliebt bei den Menschen, denn sie boten gleichzeitig Sicherheit und Tragekomfort.

Dr. Martens

Docs von AirWair etablierten sich schon früh in der Skinhead- und Punkszene (Bild: insidehanderson – pixabay)

1947 fing Märtens an, die Schuhe in größerem Umfang zu produzieren. Das Material für die Schuhe war leicht zu finden, denn er konnte tonnenweise Armeereste verwerten. Die Sohlen bestanden aus Gummi der ehemaligen deutschen Luftwaffen, die Einlagen bestanden aus den Schulterstücken von Uniformjacken und das Leder kam von den Hosen der Uniformen.

In den 1950er Jahren erwarb der Engländer Bill Griggs die Produktionslizenz für die Sohlen und vermarktete die Arbeitsstiefel auch in England. Durch ihn kam der gelbe Nähfaden zu den Docs, der bis heute ein Markenzeichen ist. Außerdem nannte er die Sohle „AirWair“ und designte das bekannte Logo, welches an allen Doc Martens Schuhen zu finden ist.

Die Arbeitsstiefel verkauften sich gut, vor allem Soldaten, Polizisten und Fabrikarbeiter waren Abnehmer der Schuhe. Die 3-Loch-Variante, bei welcher der Knöchel nicht bedeckt ist, kam besonders bei der britischen Post gut an. Ihre charakteristische Form haben die Dr. Martens seit jeher behalten, sie werden aber in verschiedenen Größen, Höhen, Farben und Mustern produziert.

Der vermutlich erste populäre Träger war ein Sozialist im britischen Parlament, der für die Rechte von Arbeitern und Gewerkschaften eintrat und durch die Dr. Martens seine Zugehörigkeit demonstrieren wollte. Durch die Verbindung zu Arbeiterklasse haben bald zwei unterschiedliche Szenen die Stiefel für sich entdeckt. In der Skinhead-Szene trug man die Docs anfänglich nur mit weißen Schnürsenkeln, während in der Punk-Szene ursprünglich rote Schnürsenkel in den Stiefeln waren.

Die Doc Martens blieben aber nicht nur ein politisches Statement. Zwar findet man die Schuhe bis heute in den verschiedenen Szenen, aber auch auf der Straße und in den Medien sind die Stiefel angekommen. In der Serie „Friends“ trägt Ross die 8-Loch-Variante oft im Alltag und die Sängerin Miley Cyrus trug die Schuhe schon zum Abendkleid auf dem roten Teppich.

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