Schnell, zielsicher, lautlos – Die Leistungen der Fledermäuse
25. November 2011
Als der Mensch im ausgehenden 19. Jahrhundert die Sinnesleistungen der Fledermäuse untersuchte, war er überrascht. Damals nahm man an, dass die Tiere ihre außerordentliche Fähigkeit zur Orientierung den Augen verdankten. So konnten sie mühelos einen dunklen Raum mit kreuz und quer gespannten Drähten durchqueren.
Heute kennen wir ihren Trick – Ultraschall. Die Tiere sind in der Lage, Schallwellen sehr hoher Frequenz von sich zu geben.
Für uns Menschen sind die Laute nicht hörbar. Und auch die meisten ihrer Beutetiere können sie nicht registrieren.
Für die Fledermaus allerdings kann anhand des Echos sein Opfer genauestens identifizieren.
Schneller als Superman
Wie amerikanische und dänische Wissenschaftler jetzt herausfanden, besitzen die kleinen Tiere superschnelle Muskeln. Bis zu 200 Mal in der Sekunde können sich diese zusammenziehen.
Was die Forscher im angesehenen Fachmagazin Science berichten, ist für Säugetiere sehr ungewöhnlich. Denn im Vergleich zum Fledermausmuskel ist unser Blinzeln ein echtes Schneckentempo. Wir brauchen für einen Lidschlag gut 20 Mal länger.
Biegsamer als Mister Fantastic
Aber nicht nur beim Aussenden der Signale, sondern auch beim Empfang legen die kleinen Tiere erstaunliche Leistungen an den Tag. Wie Wissenschaftler von der amerikanischen Virginia Tech University kürzlich herausfanden, verfügen Fledermäuse über hochflexible Ohren. Diese sind in der Lage, ihre Form in Sekundenbruchteilen zu ändern. Während wir einmal mit den Augen zwinkern, haben die Tiere ihre Ohren schon dreimal verformt.
Präziser als das Navi
Die Echoortung macht die Tiere zu erfolgreichen Jägern. Doch wie finden sie in einer mondlosen Nacht zurück in ihren Unterschlupf? Sind sie in bekannten Gefilden, orientieren sie sich vor allem an markanten Objekten wie Bäumen. Hilft das alles nicht weiter, so greifen Fledermäuse auf ein “inneres GPS” zurück, vermuten jetzt israelische Forscher von der Hebrew University in Jerusalem.
Hier hilft den Tieren vermutlich ihr Sinn für das Erdmagnetfeld und die Möglichkeit, Meeresbriesen zu erkennen, weiter.
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