Die Erde 2.0

Kepler 22b – Weltraumteleskop entdeckt erdähnlichen Planeten

Wie man einen Planeten jagt

Was passiert, wenn sich der Mond genau auf einer Linie zwischen Sonne und Erde befindet? Jeder, der schon einmal eine Sonnenfinsternis gesehen hat, kennt die Antwort. Es wird dunkel. Gleiches passiert auch, wenn ein weit entfernter Planet vor seinem Stern vorbeizieht.

Diesen Effekt macht sich die Wissenschaft zunutze, um auf Planetenjagd zu gehen. Da die Lufthülle der Erde dabei aber stört, setzen sie auf Weltraumteleskope – wie zum Beispiel Kepler.

Nur wenige Tage nach seinem Start registrierte das Weltraumteleskop eine winzige Änderung in der Helligkeit eines Sterns, das erste Anzeichen für einen möglichen Planeten.

Man behielt den Stern im Auge und konnte bis Dezember 2010 tatsächlich noch 2 weitere Durchgänge beobachten. Die dabei gesammelten Daten haben die Forscher der NASA jetzt ausgewertet und sind zu folgendem Ergebnis gekommen.

Der Kandidat wird bestätigt

Das Kepler 22 System

Das Kepler System im Vergleich zum Sonnensystem (Bild: NASA/Ames/JPL-Caltech;)

Es handelt sich um einen Planeten, der innerhalb der bewohnbaren Zone um einen sonnenähnlichen Stern kreist. Dabei ist er mit dem 2,4 fachen Erdradius der bisher kleinste Planet, der außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt wurde.

Sein Zentralgestirn, etwa 600 Lichtjahre von uns entfernt, umkreist er alle 290 Tage. Der Planet wurde in die Kataloge mit der Bezeichnung Kepler-22b eingetragen.

Und damit hören die Fakten auch schon auf. Bisher kann nicht gesagt werden, ob der Planet überhaupt aus Gestein besteht oder doch eher aus Gas. Auch Wasser lässt sich nicht nachweisen.

Trotzdem ist die Entdeckung ein entscheidender Erfolg. Zeigt sie doch, dass kleinere Planeten in der bewohnbaren Zone von Sternen gar keine Seltenheit zu sein scheinen. Damit erhöht sich sprunghaft die Wahrscheinlichkeit, irgendwann einmal tatsächlich eine zweite Erde zu finden.

Die Suche geht weiter

Bisher konnte das Weltraumteleskop Kepler bereits über 2.000 Planetenkandidaten erspähen. Davon könnten 207 in etwa so groß sein, wie unsere Erde und 48 davon befinden in der bewohnbaren Zone liegen. Weitere Beobachtungen und eine Auswertung der Daten wird hier in Zukunft Sicherheit geben.

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