Betriebssysteme fürs Smartphone

Ex-Microsoft-Manager: „Google buckelt“

Am 26. Oktober 2011 wurde rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft mit dem Nokia Lumia 800 das erste Smartphone mit dem Windows Phone 7 Betriebssystem von Microsoft vorgestellt. Nokia und Microsoft erhofften sich von dem Lumia 800 die Eroberung von Marktanteilen.

Das Debüt im Herbst war erfolgreich und das Gerät in Großbritannien bereits knapp zwei Wochen nach dem Verkaufsstart ausverkauft. Doch seither sind die Verkaufszahlen von Geräten mit dem Microsoft Betriebssystem ins Stocken geraten, obwohl es kaum negative Kritik bekam.

Lob für Windows Phone 7

Auch Charlie Kindel, der ehemalige General Manager für Windows Phone 7 hält es für ein exzellentes Produkt. Dies schrieb er am zweiten Weihnachtsfeiertag in einem Blogeintrag. Außerdem glaubt er, dass der mangelnde Verkaufserfolg nicht auf Unzufriedenheit des Endverbrauchers zurückzuführen ist.

Kindel denkt vielmehr, dass das Verhältnis von Microsoft zu den Smartphone-Herstellern und Mobilfunkbetreibern dafür verantwortlich ist, da diese Partner einen großen Einfluss auf den Verkauf der Produkte haben.

Zerstückeltes Betriebssystem?

Microsoft macht den Geschäftspartner präzise Vorschriften, die der Leistungsoptimierung des Betriebssystems dienen und dazu führen, dass alle Geräte mit der Software die gleiche Benutzeroberfläche haben. Das ist zwar sehr verbraucherfreundlich, zwingt die Geschäftspartner jedoch zu Kompromissen und schadet daher der Vermarktung der Windows Software.

Google hingegen gibt den Geräte-Herstellern und Netzanbietern relative große Freiheiten und „buckelt“ nach Kindels Einschätzung vor ihnen. Dadurch komme es allerdings dazu, dass Geräte mit dem selben Betriebssystem unterschiedliche Oberflächen haben. Kindel nennt diese Anpassungsfähigkeit „Zerstückelung“ und glaubt sie werde die Nutzer am Ende verrückt machen.

Kooperieren mit Qualität

Er empfiehlt eine bessere Zusammenarbeit mit Herstellern und Netzbetreibern um den Verkauf von Geräten mit Windows Phone 7 voranzutreiben. Dadurch solle die Werbetrommel gerührt, nicht aber der eigene Qualitätsanspruch vergessen werden.

Am Ende könne, so hofft er, das bessere Produkt die Nase vorn haben. Die Frage sei nur, ob Microsoft so lange in Windows Phone 7 und die enge Zusammenarbeit mit Nokia als Gerätehersteller investiert. Das Unternehmen habe schon in der Vergangenheit gezeigt, dass es beharrlich und geduldig sein kann.

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