Totgesagte leben länger

Nachfahren längst tot geglaubter Galápagos-Schildkröte entdeckt

Sie sind ein idyllisches Fleckchen Erde am anderen Ende der Welt und Traum vieler Naturfreunde, die Galápagos-Inseln. Benannt sind sie nach jenen Riesenschildkröten, die nur dort vorkommen.

Schon kurz Zeit nach Entdeckung der Inselgruppe durch die Europäer nahm die Anzahl der Tiere rapide ab. Heute sind einige Unterarten stark gefährdet, andere gelten als ausgestorben.

So auch die ehemals auf der Insel Floreana beheimatete Chelonoidis nigra nigra. Seit 150 Jahren, so die bisher gängige Meinung, gibt es diese Tiere nicht mehr.

Es gibt noch Überlebende

Doch zur Überraschung der Fachwelt fanden US-Biologen der Universität Yale jetzt Hinweise darauf, dass es doch noch Nachkommen gibt.

Auf der Insel Isabela entnahmen die Forscher bereits im Jahre 2008 bei etwa 1.600 Schildkröten Blutproben.

Eine Genanalyse zeigte jetzt, dass unter den Tieren auch Hybriden mit genetischen Merkmalen der längst tot geglaubten Unterart sind.

Und diese waren wiederum nicht untätig. Denn 30 von ihnen, so die Wissenschaftler, haben sich fortgepflanzt.

Die Hoffnung der Biologen ist nun, reinrassige Tiere zu finden, um sie dann wieder in ihrer Heimat ansiedeln zu können.

Denn dort besetzten sie früher einen wichtigen Platz im Ökosystem. Geht es nach den Biologen, sollen sie diesen in Zukunft auch wieder einnehmen.

Auf zu neuen Gestaden

Wie die sanftmütigen Riesen auf die Insel Isabela kamen, ist unklar. Denn der Atlantik trennt sie heute von ihrer eigentlichen, mehr als 300 Kilometer weit entfernten Heimat.

So wird spekuliert, dass die Tiere vielleicht auf dem Teller einer Schiffsbesatzung landen sollten. Egal, aus welchen Gründen man sie dann vorher im Meer entsorgte oder auf der Insel aussetzte, für die Schildkröten war es ein Glücksfall. Denn so könnte sie ihre unfreiwillige Reise über den Atlantik vor dem Aussterben bewahrt haben.

Der Riese in Maßen

Die Galápagos-Schildkröten zählen zu den Tierarten mit der höchsten Lebenserwartung. Ein Alter von 150 Jahren ist bei ihnen keine Seltenheit. Erst im Alter zwischen 20 und 30 Jahren erreichen sie die Geschlechtsreife. Ausgewachsen bringen es die Männchen auf stolze 290 kg. Der absolute Rekord, allerdings bei einem Tier in Gefangenschaft, waren 422 kg.

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