„Walkampf“

Helfer retten 39 Grindwale vor Neuseelands Küste

Farewell Spit ist eine idyllische Landzunge am nördlichsten Ende der neuseeländischen Südinsel. Doch neben seiner schönen Natur, die Gegend auch für seine Walstrandungen bekannt.

Bereits zum dritten Mal in diesem Sommer strandete hier eine Gruppe von Grindwalen (Globicephala melas). Wie neuseeländische Zeitungen berichteten, entdeckte ein Pilot 99 der zu den Delfinen zählenden Tiere.

Schieb den Wal zurück ins Meer

Da sich bereits 26 Grindwale selbstständig befreien konnten, versuchten Freiwillige auch die Tiere wieder zurück in Meer zu locken. Doch dieser Versuch blieb erfolglos und wurde mit einsetzender Ebbe abgebrochen.

Der Einsatz der über 70 Helfer blieb aber unermüdliche und führte laut Medienberichten am heutigen Dienstag doch noch zum Erfolg. 39 Tiere konnten gerettet und zurück ins Meer geleitet werden. Leider kam für 34 Grindwale jede Hilfe zu spät.

Nach Aussagen des Umweltschutzbeauftragten John Mason gegenüber des „New Zealand Herald“ war die Rettungsaktion für alle Beteiligten nervenaufreibend. Die Retter standen zum Teil bis zur Brust im Wasser und mussten sich zwischen den großen Tieren bewegen. Da Grindwale gewöhnlich eine Länge von 3 bis 6 Metern erreichen, ist solch ein Unterfangen nicht gerade ungefährlich.

Um die Tiere vor dem Austrocknen zu schützen, wurden sie mit Decken feucht gehalten. Die vereinte Anstrengung der Helfer und die einrückende Flut machten es dann möglich, dass die überlebenden Tiere schließlich ihrer Freiheit entgegen schwimmen konnten.

 

Grindwale

Grindwale wie diese konnten jetzt vor Neuseeland gerettet werden (Bild: Dirk Klaus / wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Warum geht ein Wal an Land?

Derweilen rätseln Wissenschaftler immer noch über den Grund für Walstrandungen. Eine Theorie geht dabei von „verunglückten“ Jagdversuchen aus. Hier wird vermutet, dass die Tiere ihre Beute bis ins seichte Wasser verfolgen, dann aber den Weg zurück nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Ungünstige Strömungsverhältnisse können dann ihr Übriges dazu tun.

Aber auch menschliches Verschulden wird immer wieder ins Feld geführt. Dabei spielen vor allem Schallwellen eine Rolle. Diese werden als Sonar oder Echolot zum Aufspüren von Fischschwärmen oder U-Booten verwendet. Bei den Meeressäugern können sie erwiesenermaßen zu schweren Schädigungen. Der hohe Schalldruck lässt unter anderem die Blutgefäße im Gehirn der Tiere platzen.

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