Forscher berechnen Geschwindigkeit für Evolution der Säugetiere
31. Januar 2012
Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, so sind doch nach gängiger Lehrmeinung alle heute lebenden Säugetiere auf einen gemeinsamen Urahnen zurückzuführen.
Bereits in der Kreidezeit (vor 145 bis 65 Millionen Jahren) bevölkerten Säuger unseren Planeten. Aber erst mit Aussterben der Dinosaurier vor etwa 65 Millionen Jahren begann ihr Siegeszug. Seither spaltete sich der Stammbaum beständig und schuf jene Fülle an verschiedenen Arten, die wir heute kennen.
Wie schnell dabei die Entwicklung von einer Spezies zur nächsten erfolgte, war bisher wenig erforscht. Jetzt hat sich eine Gruppe Wissenschaftler um Alsitair Evans von der australischen Monash University School of Biological Science dieser Mammut-Aufgabe gestellt.
Anhand von Fossilienfunden untersuchten sie die Vertreter von 28 Säugetiergruppen, die in den letzten 70 Millionen Jahren unseren Planeten bevölkerten. Das besondere Interesse der Forscher lag dabei auf dem Größenwachstum der Tiere.
Der lange Weg zum Elefanten
Als Basis für einen Vergleich war die Anzahl der nötigen Generationsfolgen das Maß der Dinge.
Denn erstens kommt es im Generationswechsel zu neuen Genkombinationen, die auch eine steigende Körpergröße nach sich ziehen können.
Zum anderen ist dieser Maßstab insofern wichtig, als dass die Lebensdauer von Individuen verschiedener Spezies zum Teil stark differiert.
Wie die Forscher jetzt in den Proceedings oft he National Academy of Science der Vereinigten Staaten berichteten, benötigte ein etwa mausgroßer Säuger circa 24 Millionen Generationen, um Elefantengröße zu erreichen.
Diese Dauer nahm aber mit steigender Ausgangsgröße ab. Ein kaninchengroßes Tier beispielsweise benötigte noch etwa 10 Millionen Generationen bis zum Elefanten.
In Windeseile zum Zwerg
Und noch eine Tatsache ließ die Evolutionsbiologen erstaunen. Während die Entwicklung zu wahrer Körpergröße eher im Schneckentempo vonstattenging, verlief der umgekehrte Prozess beinahe im Zeitraffer. So lief zum Beispiel die Entwicklung vom Elefanten zum Zwergelefanten beinahe zehnmal so schnell ab, wie die eigentliche Entwicklung vom schafgroßen Urahn zum grauen Riesen.
Doch wie bei fast allen Regeln gibt es auch hier eine Ausnahme. So stellten die Wissenschaftler fest, dass sich Meeressäuger wie der Wal fast doppelt vergrößerten, als ihre Pendants an Land.
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