Sei kein Schwamm!

Fossilien aus Namibia zeigen – Tiere sind älter als gedacht

Vor 600 bis 635 Millionen Jahren entstanden die ersten Tiere auf unserem Planeten. So war zumindest bis vor Kurzem die gängige Lehrmeinung unter den Paläontologen.

Doch die muss jetzt gründlich revidiert werden. Denn ein Team von Wissenschaftlern hat kürzlich bei Grabungen im Etosha Nationalpark in Namibia die versteinerten Überreste eines schwammähnlichen Lebewesens entdeckt.

Tiere sind doch älter, als gedacht

Das Gestein, in dem der Fund eingebettet war, konnte mithilfe der Radioisotopenmethode auf ein Alter zwischen 550 und etwa 760 Millionen Jahre datiert werden.

Wie die Wissenschaftler jetzt im “South African Journal of Science” berichteten, handelt es sich bei ihrer Entdeckung um winzige Steine mit porenähnlichen Vertiefungen. Ihrer Meinung nach dienten die Poren den urzeitlichen Schwämmen zum Flüssigkeitsaustausch.

Damit, so der an der Untersuchung beteiligte Geologe Tony Prave, könnte tierisches Leben auf unserem Planeten gut 150 Millionen Jahre früher entstanden sein, als bislang angenommen.

Diese Erkenntnis passt dabei erstaunlich gut zu einer Vorhersage aus der Genetik. Hier kann aus der Erbsubstanz verschiedener Arten herausgefunden werden, wann ein gemeinsamer Vorfahre existiert haben muss. Dieses Konzept wird „molekulare Uhr“ genannt und kam für das erste Tier ebenfalls auf ein Alter von etwa 760 Millionen Jahren.

Noch werden allerdings keine Lehrbücher neu geschrieben. Vorher müssen die Funde erst von weiteren Experten analysiert werden.

Der moderne Schwamm

Schwämme

Schwämme heute – ihre Vorfahren könnten auch die Unseren gewesen sein (Bild: Albert Kok)

Auch heute noch bevölkern Schwämme in einer erstaunlichen Vielfalt die Erde. Mehr als 7.500 Arten tummeln sich in den Weltmeeren.

Von millimetergroßen Winzlingen bis gut 3 Meter langen Riesen ist alles vertreten.

Doch allen Schwämmen gemein ist, dass sie keine Organe besitzen.

Wie neuere Forschungen nachgewiesen haben, können Schwämme aber auch ohne spezielle Nervenzellen oder Muskeln Sinnesreize aufnehmen und darauf reagieren.

Wurden die Tiere früher vor allem als Badeschwamm genutzt und von Tauchern „geerntet“, entpuppen sie sich heute als wahre Chemiefabriken.

So identifizierten Forscher in den letzten Jahren unzählige medizinisch wirksame Substanzen.

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