Landwirtschaft benötigt am meisten

Wasserverbrauch unverhältnismässig hoch – 9.000 Badewannen nutzt jeder Mensch

Wasser - Quell allen Lebens (Bild: aboutpixel.de / Waldemar Moll)

Der Deutsche verbraucht im Schnitt 1.426 Kubikmeter Wasser. Das entspricht einer Menge von fast 9.000 gefüllten Badewannen. Neueste Berechnungen von Wissenschaftlern der Universität Twente in den Niederlanden zeigen, wie sich der Wasserbrauch verteilt und in welchen Regionen er am höchsten ist.

Die Forscher sprechen dabei vom sogenannten Wasser-Fußabdruck, den ein Mensch sowohl beim persönlichen Gebrauch als auch in der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion hinterlässt.

Die Tatsache, dass in einigen Nationen nach wie vor verschwenderisch mit der wertvollen Ressource umgegangen wird und es in anderen bereits viele Trockengebiete gibt, stellt ein Problem und enormes Konfliktpotenzial dar, das man nicht unterschätzen sollte.

Verbrauch in den USA am höchsten

Amerika dreht den Hahn oft und weit auf. Mit durchschnittlich 2.842 Kubikmetern Wasser pro Jahr belegt der US-Bürger die unrühmliche Spitze in der Statistik. In China beträgt der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch mit 1.071 Kubikmetern dagegen weniger als die Hälfte, Bangladesh weist sogar nur 750 auf. Allerdings ist China zugleich das Land mit der größten Abwasserproduktion.

Für die Studie haben die Wissenschaftler Daten von 1996-2005 ausgewertet. Einen unglaublich großen Anteil am Wasserverbrauch mit 92 Prozent hat dabei die Agrarproduktion. Die Industrie kommt vergleichsweise mit spärlichen 4,4 Prozent aus.

Und für den heimischen Gebrauch, worunter zum Beispiel das tägliche Duschen, Putzen und Waschen fällt, sind es nur 3,6 Prozent.

Die Weichen richtig stellen

Nach UNO-Schätzungen wird die Zahl der Menschen, die mit Wasserknappheit leben müssen, in den nächsten 25 Jahren auf etwa 5,4 Milliarden ansteigen. Um die Weltbevölkerung ernähren zu können, müssen zudem immer größere Anbauflächen bewässert werden. Wenn man bedenkt, wie viel bereits von der Landwirtschaft in Anspruch genommen wird, sind Lösungsansätze dringend notwendig.

Viele Menschen müssen heute bereits ohne Abwasserversorgung auskommen. Ein besonders kritischer Umstand, da verschmutztes Trinkwasser ein wahrer Keimherd und weltweit Krankheitsursache Nummer eins ist.

Nur ein rechtzeitiges Umdenken in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kann die Krise eindämmen. Ein sensibler und verantwortungsvoller Umgang mit dem kostenbaren Rohstoff Wasser ist dabei die wichtigste Grundlage.

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