Alle Räder stehen still

Streik am Flughafen Frankfurt – Welche Rechte hat man als Passagier?

Am Frankfurter Flughafen stehen die Zeichen auf Streik. Für diesen Donnerstag hat die Gewerkschaft der Flugsicherung (Gdf) zur Arbeitsniederlegung in der Zeit zwischen 15:00 und 22:00 Uhr aufgerufen.

Doch es sind weder Piloten noch Fluglotsen, die in den Arbeitskampf treten wollen. Diesmal werden etwa 200 Beschäftigte auf dem Vorfeld ihren Forderungen mit einem Streik Nachdruck verleihen.

Falls die sich die Arbeitgeber uneinsichtig zeigen, soll dann auch am Freitag von 08:00 bis 22:00 Uhr die Arbeit ruhen.

Bei gut 20.000 Beschäftigten am Frankfurter Flughafen klingen 200 erst einmal sehr wenig.

Doch die Vorfeldmitarbeiter besetzen eine Schlüsselposition.

Sie sorgen dafür, dass vor dem Start jedes Flugzeug sicher vom Gate zur Startposition und nach der Landung zurück zum Gate gelangt.

Diese Schlüsselaufgabe könnte nun auch dafür sorgen, dass es zu massiven Beeinträchtigungen des Flugverkehrs kommt.

Was geht, wenn nichts geht?

Über die aktuelle Lage am Frankfurter Flughafen können sich Fluggäste über eine Hotline informieren. Für die kostenpflichtige Rufnummer 01805 / 37 24 635 fallen 0,14 Euro pro Minute aus dem Festnetz bzw. 0,42 Euro pro Minute vom Mobiltelefon an.

Kommt es dann zu Verspätungen oder Ausfällen, regelt die Fluggastrechte-Verordnung der Europäischen Union die Art und Weise der Entschädigung.

Die Fluggesellschaft muss für eine Betreuung der Passagiere am Flughafen sorgen. So sind Getränke, Mahlzeiten, Telefonate und unter Umständen auch Hotelübernachtungen als Entschädigung möglich. Dabei ist die Länge der Verspätung maßgebend und diese hängt wiederum von der Entfernung des Flugziels ab.

Ab wann entschädigt die Airline?
Entfernung zum Flugziel Entschädigung ab
bis 1.500 km 2 Stunden
1.500 bis 3.500 km 3 Stunden
ab 3.500 km 4 Stunden

Verspätet sich der Flug um mehr als 5 Stunden, darf der Reisende vom Vertrag zurücktreten und den Flugpreis zurückverlangen.

Trotz allem sollte man aber auch bei Verspätungen am Flughafen bleiben. Denn bietet die Fluggesellschaft wider Erwarten einen früheren Ersatz, könnte man seinen Flug verpassen.

Wird der Flug annulliert, besteht entweder das Recht auf Erstattung des Ticketpreises oder eine kostenlose Ersatzbeförderung. Außerdem steht dem Fluggast eine Entschädigung zu.

„Außergewöhnliche Umstände“

Allerdings enthält die Verordnung der EU eine Klausel, welche die Fluggesellschaften beim Eintreten „außergewöhnlicher Umstände“ von Schadensersatzzahlungen befreit. Das sind vor allem extreme Wetterbedingungen, politische Unruhen oder aber ein Streik.

Ob sich die Airlines jetzt auf diese Klausel berufen können, bezweifelt aber der Reiserechtsexperte Paul Degott gegenüber dem Online-Portal der Süddeutschen Zeitung am 15. Februar. Denn die betroffenen Mitarbeiter seien, so Degott, beim Flughafen angestellt und dieser müsse den problemlosen Betrieb aufrecht erhalten. Immerhin hatte es ja auch die Möglichkeit gegeben, den Streik durch eine Einigung abzuwenden.

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