Viele Deutsche leisten Verzicht

„Fleisch, lebe wohl!“ – Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit

Süßwaren sind nicht erlaubt. (Bild:Holger Hecklau / aboutpixel.de)

Der Karneval hat es schon angedeutet. Hinter dem lateinischen Ausspruch „carne vale“ verbergen sich nichts anderes als die entsagenden Worte „Fleisch, lebe wohl!“. Einer Umfrage des „Sterns“ zufolge will sich etwa jeder Sechste in Deutschland der Abstinenz in der österlichen Fastenzeit unterziehen.

Frauen zeigen hierbei den größeren Willen als Männer, fast doppelt so viele gaben an für sieben Wochen den lasterhaften Genussmitteln zu entsagen.

Zu den Speisen, die von den Befragten verbannt wurden, gehören vor allem die verführerischen Süßigkeiten. Schokolade, Gummitiere und Kuchen müssen somit vom Menüplan für die nächsten Wochen gestrichen werden.

Auf Alkohol zu verzichten kann sich jeder Zweite der Fastenwilligen vorstellen. Vor allem Selbstdisziplin und die eigene Gesundheit wurden als Motive für das Fasten angegeben.

Eine lange Tradition

Der christliche Brauch des Fastens, auch Passionszeit genannt, lässt sich bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen. Er beginnt am Aschermittwoch und endet am Karsamstag, einen Tag vor Ostersonntag. Die 40 Fastentage sollen an die Zeit erinnern, die Jesus laut dem Neuen Testament fastend und betend in der Wüste verbrachte.

Viele Menschen nutzen die Fastenzeit nicht nur, um ihren Körper zu entschlacken und überflüssige Pfunde loszuwerden, sondern auch um ihrer Seele etwas Ruhe zu gönnen. In religiöser Hinsicht dient die entbehrungsreiche Phase als Bußzeit, in der die Willenskraft und innere Harmonie der Gläubigen gestärkt werden sollen.

Was ist erlaubt und was nicht?

Der Verzicht von Fleisch ist grundlegend für die Fastenzeit und soll an den Tod Jesu erinnern. Im strengen Sinne sind nur eine volle Mahlzeit pro Tag und zwei kleine Stärkungen erlaubt. An Aschermittwoch und Karfreitag soll sogar nur eine sättigende Mahlzeit ohne Fleisch eingenommen werden. Kaffee, Tee, Alkohol und Zigaretten sind selbstverständlich passé.

Die Kirche schlägt für die heutige Zeit auch vor, von modernen sinnlichen Genüssen wie Fernsehen, Musik hören und Computerspielen Abstand zu nehmen, um dem Bewusstsein wieder den Blick für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens zu öffnen.

Auch wenn sich nicht jeder an die Vorgaben halten wird und halten kann, tut man sich und seiner Gesundheit durchaus etwas Gutes, wenn man eine Zeit lang auf ungesunde Laster verzichtet.

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