SMS und E-Mail verlieren an Nutzwert

Kommunikation im Wandel – Facebook überrollt Google

SMS & Co. waren gestern

Soziale Netzwerke vereinen inzwischen alles, wofür man zuvor separate Kommunikationsmedien verwenden musste: mit Freunden chatten, Botschaften quer über den Globus schicken, amüsante Videos posten oder den eben getätigten Schnappschuss öffentlich machen – alles ist in Sekundenschnelle erledigt. Das Nutzungsverhalten hat sich dementsprechend sehr verändert.

Eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) belegt es nun auch in Zahlen. Für zwei Drittel aller Befragten sind soziale Netzwerke wichtiger als Googles Suchmaschine. Klassiker wie SMS, E-Mail oder das gewöhnliche Telefonat geraten dabei immer mehr ins Hintertreffen.

Soziale Netzwerke werden immer wichtiger (Bild: aboutpixel.de / Sergei Brehm)

Facebook auf Platz 1

Von den 1.000 Befragten haben etwa 80 Prozent einen Facebook-Account. Das Bemerkenswerte daran ist, dass hierbei alle Altersstufen anzutreffen sind, die sich auch regelmäßig einloggen.

Der vormals beliebte und eher auf den deutschsprachigen Raum beschränkte Ableger StudiVZ spielt dagegen kaum noch eine Rolle. Lediglich jeder Zehnte nutzt die Online-Community noch.

Wenn es um Videos und Musik geht, ist Youtube nach wie vor unangefochten die Nummer eins und lässt Plattformen wie MyVideo weit hinter sich zurück.

Bei den Karrierenetzwerken wie Xing sind immerhin noch 15,4 Prozent der deutschen Nutzer registriert. Auch hier ist die Konkurrenz weit abgeschlagen. Nur 2,2 Prozent nutzen die Alternative linkedin, um berufliche Kontakte zu knüpfen oder Geschäftsverbindungen zu pflegen.

Interesse der Industrie ist groß

“Soziale Netzwerke fungieren mittlerweile häufig als ‘Stellwerk’ für den Internet-Traffic. Aus diesem Grund gewinnt die strategische Auseinandersetzung mit Social Media für Unternehmen, Medienhäuser und Werbetreibende immer mehr an Bedeutung”, erläutert Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC.

Tatsächlich sind soziale Netzwerke eine attraktive Bühne für Industrie, Wirtschaft und auch die Politik geworden. Produktempfehlungen und Befürwortungen, gleich welcher Art, von Freunden, vertraut man eher als der plakativen Anpreisung Dritter. Das bestätigt auch die Studie.

Etwa 80 Prozent der Befragten lassen sich eher von Aussagen ihrer Freunde oder Netzwerk-Kontakten überzeugen als von der Werbeindustrie. Gleichwohl wird Werbung größtenteils toleriert. Weit über die Hälfte der Nutzer, 69 Prozent, gab an, Werbung in Kauf zu nehmen, solange die Netzwerke kostenfrei bleiben.

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